Überregionales Design-Schule für Potsdam

SAP-Mitgründer Hasso Plattner fördert die Verknüpfung von Computertechnik und Design

Potsdam – Wissenschaftsmäzen Hasso Plattner weitet sein Engagement in Potsdam aus. Neben dem von ihm gestifteten Potsdamer Hasso-Plattner-Institut (HPI) und dem Gründerpool „Hasso Plattner Ventures“ (HPV) soll es ab Herbst in Potsdam eine „School of Design Thinking“ geben. Die deutschlandweit einmalige Ausbildung soll jährlich für 40 Studierende verschiedener Fachbereiche am HPI zur Verfügung stehen. Wie SAP-Mitgründer Plattner gestern in Potsdam sagte, könne in dem Kurs „Design Thinking“ erlernt werden, wie neue IT-Produkte und Softwaresysteme benutzerfreundlich zu entwickeln sind. Nach Ansicht von Brandenburgs Ministerpräsident Matthias Platzeck (SPD) erhält Potsdam mit der „School of Design Thinking“ ein neues „internationales Markenzeichen“.

Die Potsdamer Design-School soll nach Vorbild des amerikanische Schwesterinstituts des HPI, des „d.school“ genannten „Hasso Plattner Institute of Design“ an der Stanford University (Kalifornien), geschaffen werden. Kooperationen soll es auch mit US-Design-Schulen aus Berkeley und Chicago geben. In die Ausbildung werden zudem zahlreiche Hochschulen der Region Berlin-Brandenburg involviert sein. Leiter der neuen Einrichtung wird Prof. Ulrich Weinberg von der Hochschule für Film und Fernsehen (HFF) in Potsdam-Babelsberg. Der 48-Jährige lehrt seit 1994 Computeranimation an der HFF. Für den Posten am HPI ist er von der HFF beurlaubt.

Bekannt gegeben wurde das neue Engagement von Hasso Plattner gestern auf dem dritten „Entrepreneurship“ von Plattner-Ventures in Potsdam-Griebnitzsee. Der auf Wagniskapital basierende Gründerpool arbeitet nach den Worten seines Leiters Eran Davidson mittlerweile mit Erfolg. Zwei Jahre nach Start von Plattner-Ventures, das in der ehemaligen Reichsbahnvilla angesiedelt ist, habe der Pool neun Firmen in seinem Portfolio. Bisher seien 12 Millionen Euro in das Unternehmen investiert worden. Insgesamt würden die einzelnen Firmen derzeit 232 Mitarbeiter beschäftigen, bei einem Umsatz von mehr als 15 Millionen Euro. Allein im Mai dieses Jahres habe es 68 Bewerbungen für den Gründerfonds gegeben. „Es tut sich etwas“, so Davidson.

Das Plattner-Institut, ebenfalls in Griebnitzsee ansässig, hatte den Lehrbetrieb im Wintersemester 1999/2000 aufgenommen. Über 360 Studenten lernen dort derzeit komplexe Systeme der Informationstechnologie und Softwareprodukte zu verstehen, zu entwickeln und anzuwenden. Laut HPI ist die Einrichtung in Deutschland das einzig vollständig privat finanzierte Universitätsinstitut. Plattner will in das Institut über 20 Jahre hinweg mehr als 200 Millionen Euro investieren. Das Institut ist an die Universität Potsdam angegliedert. Rund 20 Prozent der Studenten kommen aus dem Ausland.Studiengebühren müssen nicht gezahlt werden. Im Dezember 2006 hatte am Plattner-Institut der erste nationalen IT-Gipfel der Bundesregierung stattgefunden.

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