Der SC Potsdam ging als Bundesliga-Tabellenführer in die Partie.  Foto: ZB
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Volleyball-Europapokal Bittersüßer Lohn für den SC Potsdam

Die Volleyballerinnen des SC Potsdam spielen am Mittwochabend im Europapokal. Doch keiner sieht es.

Potsdam - Europapokal in Potsdam, aber keiner darf hin. Das ist die bittersüße Kreation, die am heutigen Mittwoch in der MBS-Arena serviert wird. Dann spielen die Volleyballerinnen des SC Potsdam im europäischen CEV-Pokal gegen das israelische Spitzenteam Hapeol Kfar Saba (Beginn: 19 Uhr). Wie in der Bundesliga wird das Match ohne Zuschauer stattfinden. 

„Wir haben uns trotzdem entschieden, an dem Wettbewerb teilzunehmen, weil wir die Mannschaften für die hervorragenden Leistungen der vergangenen Saison belohnen wollen“, sagt SC-Pressesprecher Gerhard Pohl. Als Dritter der Hauptrunde beendete das Team von Cheftrainer Guillermo Hernandez die Hauptrunde der Vorsaison, ehe die Coronapandemie die Play-offs verhinderte und somit die Frage unbeantwortet blieb, wie weit es der SC Potsdam hätte bringen können. So blieb hinter der bislang erfolgreichsten Spielzeit der Vereinsgeschichte ein Fragezeichen. 

SCP führt die Tabelle an

Ihren Kontrahenten aus Israel empfangen die Potsdamer Volleyball-Damen derweil als aktueller Bundesliga-Spitzenreiter. Zwar ist das Tabellenbild etwas verzerrt, da der SCP mit acht Spielen mehr Partien absolviert hat als die Mitfavoriten um die deutsche Meisterschaft aus Schwerin, Stuttgart oder Dresden. Doch ist die Führungsposition längst kein schwacher Fingerzeig mehr dafür, dass die Potsdamerinnen in diesem Jahr ein Wort mitzureden haben bei der Titelvergabe. Beleg dafür: Durchaus überraschend schmetterten sie vergangene Woche den MTV Allianz Stuttgart aus dem Pokalhalbfinale; im Endspiel wartet kommenden Februar der SSC Palmberg Schwerin. 

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Zunächst aber das europäische Intermezzo. Nach der Premiere im vergangenen Jahr, die mit zwei Niederlagen gegen Dinamo Kasan schnell beendet war, folgt nun der zweite Versuch. Vergleichbar ist der Wettbewerb mit der Europa League im Fußball. Während Schwerin in der Königsklasse, der Champions League spielt, sind der SC Potsdam und der Dresdner SC auf zweithöchster europäischer Ebene vertreten. 

Ein Rückspiel gibt es nicht

Gemeinsam mit dem Gegner aus Kfar Saba, das unweit von Tel Aviv liegt, haben sich die SC-Verantwortlichen verständigt, das Spiel in Potsdam auszutragen. Bedingung des europäischen Verbandes war, dass die Gastmannschaften mit ausreichend zeitlichem Vorlauf anreisen und auf Covid-19 getestet werden. Seit vergangenen Sonntag ist das Hapoel-Team im Potsdamer Kongresshotel nur weniger Gehminuten von der MBS-Arena entfernt untergebracht. „Sie können regelmäßig trainieren und sich vorbereiten“, sagt SC-Pressesprecher Gerhard Pohl. 

Die heutige Begegnung ist ein K.o.-Spiel. Ein Rückspiel, wie es unter normalen Umständen der CEV-Pokal vorsieht, wird es nicht geben. „Wir es im Falle eines Sieges weitergehen wird, wissen wir allerdings noch nicht“, sagt Pohl. Doch so oder so freue sich das gesamte Team auf den Lohn und die Anerkennung für die anhaltende sportliche Entwicklung, die der SC Potsdam nimmt. Finanziell zahlt sich die Teilnahme am CEV-Pokal allerdings nicht aus. „Prämien“, so Pohl, „gibt es erst im Finale.“ 

Allerdings unterstützt die Stadt Potsdam das Gastspiel auf der europäischen Bühne mit einem finanziellen Beitrag, sodass der Verein in den ohnehin schwierigen Zeiten den Imagegewinn durch die Präsenz in Europa nicht zusätzlich teuer bezahlen muss. Schließlich gehen ihm bereits in der Bundesliga bei den Heimspielen durch fehlende Einnahmen jeweils mehrere tausend Euro verloren.

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