Er war kaum zu halten. Moritz Ende war mit sieben Treffen erfolgreich.  Foto: Julius Frick
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VfL Potsdam gegen Oranienburger HC Überflieger beim Derby

Stimmungsvolle Kulisse, ein packendes Handballspiel und das Heimteam als Sieger: Der VfL Potsdam gewann das Drittliga-Derby gegen den Oranienburger HC. Beim VfL stach ein Youngster hervor, der dem Potsdamer Vereins-Beinamen "Adler" alle Ehre machte. 

Es war am Ende nicht zu überhören, wer aktuell die Nummer eins im märkischen Handball ist. Der Jubel der Potsdamer VfL-Spieler schallte am gestrigen Sonntagabend durch die MBS-Arena am Luftschiffhafen, nachdem sie in einem packenden Drittliga-Derby den Oranienburger HC mit 30:26 (16:16) besiegt hatten. „Ein starkes Spiel und ein verdienter Sieg“, lobte Alexander Haase als sportlicher Leiter seinen VfL.

Es war ein Revierkampf auf Augenhöhe vor einer stimmungsvollen Kulisse von 1238 Zuschauern. Kein Team konnte sich wirklich absetzen, einem Tor hier folgte der Gegentreffer dort. Und auf den Torhüter-Positionen lieferten sich Fabian Pellegrini auf Potsdamer und Ivan Szabo auf Oranienburger Seite ein gleichwertiges Fernduell auf hohem Niveau.

Bis zur Schlussphase war der Sieger nicht abzusehen

Am Ende waren es Schlüsselszenen, die die Mannschaft von VfL-Trainer Daniel Deutsch ein Stück weit mehr emotionalisierten als den Gegner. Und einen Spieler im VfL-Dress ganz besonders: Moritz Ende, dessen Spielterrain auf der rechten Angriffsseite ist und der dem VfL-Beinamen „Adler“ alle Ehre macht, wenn er zum Wurf abspringt. Der 18-Jährige avancierte zum Überflieger der gestrigen Partie. Sieben Tore – genauso viel wie sein Kapitän Yannik Münchberger – steuerte Ende zum Erfolg bei. „So viel habe ich noch nie in einem Spiel für den VfL geworfen“, sagte er. Gleich Endes erste Aktion wurde zu seinem ganz eigenen Schlüssel, um in die Partie zu finden: Einen weiten Pass fing er mit links, Ende drehte sich geschickt um seinen Gegenspieler und versenkte den Ball mit links im Tor, ohne dass dieser zuvor noch einmal die Hand verlassen hatte. „So einen Moment braucht man einfach, um gut reinzukommen“, sagte der Youngster später.

Auch VfL-Keeper Pellegrini hatte einen solchen Moment, der ihn zusätzlich in Wallung brachte, als er in der zwölften Minute einen Siebenmeter parierte. Bereits zuvor hatte der Schweizer in Potsdamer Diensten acht Würfe pariert.

Dass es ein Handball-Derby mit viel Tempo, schönen Toren und tollen Aktionen war, lag an beiden Mannschaften. Und bis zur Schlussphase war nicht abzusehen, wer als Sieger von der Platte gehen würde. Zwar baute der VfL den Oranienburgern immer die mentale Hürde auf, einen Ein- oder Zwei-Tore-Rückstand aufzuholen, absetzen konnten sich die Adler aber nicht. Im Gegenteil: Nach 50 Minuten brachte der Ex-VfLer Yannick Schindel mit einem sehenswerten Heber die Gäste mit 24:23 in Führung. Doch die Hausherren blieben ruhig und geduldig. Und sie schürten noch einmal Emotionen, die letztlich spielentscheidend wurden: Bis zur 54. Minute musste Matti Spengler auf sein erstes Tor warten. Es beflügelte den Spielmacher zu einer Willensleistung, als er kurz danach aus fast unmöglichem Winkel zum 28:26 traf. Schließlich gehörte es zur Dramaturgie dieses Spiels, dass mit Münchberger und Ende die beiden erfolgreichsten VfL-Schützen den Endstand markierten.

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