Torschütze und Freudentaumel. Anton Makarenko traf seit dem 2:1 bei Bayern München II viermal, der SVB blieb sieben Spiele ohne Niederlage – Babelsbergs Fans jubeln. Foto: Thomas
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Sport „Unser Trainer muss nicht viel sagen“

Michael Meyer

Anton Makarenko freut sich auf Dynamo und will morgen möglichst wieder gegen Dresden treffen

Anton Makarenko ist bereit; bereit für Dynamo Dresden. „Wir hoffen, dass wir am Freitagabend in einem sicher vollen Stadion Dynamo einen tollen Kampf liefern können“, sagt der beidfüßige Stürmer des SV Babelsberg 03 vor dem Heimspiel, das morgen um 18 Uhr angepfiffen wird. Makarenko hat Dresden in guter Erinnerung, hatte er doch im Hinspiel dort elf Minuten vor dem Abpfiff nach Vorarbeit Dominik Stroh-Engels zum überraschenden Babelsberger 1:0-Sieg getroffen. Mittlerweile führt er mit nun sechs Treffern gemeinsam mit Stroh-Engel und Guido Kocer die vereinsinterne Torschützenliste an. Seine letzten vier Tore erzielte er in den letzten sieben Spielen, und seitdem hat Nulldrei auch keine Partie mehr verloren. Makarenkos Ausgleich zum 1:1 am vergangenen Samstag in Heidenheim sicherte auch jenen Punkt, durch den Babelsberg zu Ostern bereits vorzeitig selbst rechnerisch alle Abstiegssorgen los war.

„Wir haben unser Klassenziel schon erreicht, während die Dresdner noch auf Relegationsplatz drei kommen wollen. Darum stehen sie am Freitag mehr unter Druck als wir“, erzählt Anton Makarenko. Am Mittwoch weilte eine Delegation des Deutschen Fußball-Bundes in Dresden, um mit Dynamo über die Regularien eines eventuellen Reglegationsspiels mit dem 16. der 2. Bundesliga zu sprechen. „Wir wollen es gegen Dynamo natürlich trotzdem wissen“, verspricht Makarenko. „Unser Trainer muss vor diesem Spiel nicht viel sagen – wir freuen uns schon alle. Denn Spiele wie gegen Dresden hatten wir nicht oft in dieser Saison.“ Natürlich wünscht sich der 22-Jährige, der links oder rechts über die Außenbahn wuselt, morgen am liebsten ein erneutes Tor-Erfolgserlebnis, zumal ihn gerade seine Freundin Helena aus Bayreuth besucht. Außerdem ist er nicht ganz zufrieden mit seiner bisherigen Trefferbilanz. „Über die ganze Saison gesehen hätte ich schon mehr Tore auf meinem Konto haben können – nein: müssen“, erklärt der Ukrainer mit der Rückennummer 18, der im vergangenen Sommer vom SSV Reutlingen an den Babelsberger Park kam und hier noch einen Vertrag bis 2012 hat. „Ich gehe daher davon aus, dass ich bleibe, und hoffe, dass es in der nächsten Saison von Anfang an besser mit den Toren klappt.“

Das wünscht sich auch Dietmar Demuth. „Bei Anton ist noch mehr Potenzial vorhanden, aber erst einmal bin ich mit ihm zufrieden“, erklärt Babelsbergs Cheftrainer, der am Freitag „ein schönes Spiel von uns“ erwartet. Der Coach, der die Nulldreier heute Nachmittag zum Abschlusstraining bittet, muss morgen seine Abwehr erneut umbauen, denn neben Marcus Hoffmann (Mittelfußbruch) fehlt ausgerechnet auch Abwehrstratege Tom Schütz, der in Heidenheim seine fünfte Gelbe Karte sah. Dafür könnte der Ex-Dresdner Ronny Surma wieder in die Vierer-Abwehrkette rücken.

Während Surma so auf einstige Mitspieler treffen wird, erlebt Babelsbergs Publikum wohl ein Wiedersehen mit Florian Grossert, der nun in Gelb-Schwarz aufläuft. Der Abwehrspieler kickte vier Jahre bis Juni 2006 für den SVB, kam über Eintracht Trier, den 1. FC Gera und Türkiyemspor Berlin im Januar 2010 zu Hansa Rostock und wechselte von dort im Sommer zu Dynamo, wo er bislang achtmal eingesetzt wurde. „Er hat nach der Verletzung unseres etatmäßigen rechten Verteidigers Jonas Strifler seine Chance genutzt“, sagt Dynamo-Pressesprecher Holger Scholze über den 26-Jährigen, der kürzlich bei Werder Bremen II (3:0) sein erstes Saisontor erzielte. Bei Dynamos 5:0-Sieg am Dienstag im sächsischen Landespokal- Viertelfinale beim VfB Zwenkau fehlte Grossert ebenso wie Dresdens Top-Torjäger Alexander Esswein (16 Treffer) und Dani Schahin (7). Esswein verletzte sich zuletzt daheim beim 4:0 gegen Unterhaching zwar ebenso wie Lars Jungnickel, doch ihre Blessuren erwiesen sich im Nachhinein als nicht schwerwiegend, so dass Dynamo-Coach Ralf Loose sie morgen wieder aufs Spielfeld schicken dürfte.

Apropos Loose: Mit ihm trifft auch Anton Makarenko einen alten Bekannten wieder. „Er war beim FC Augsburg ein Weilchen mein Trainer“, erinnert sich der Babelsberger, der mit Nulldrei nun gegen Dynamo Dresden zum achten Mal in Folge nicht verlieren will.

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