Das hat Seltenheitswert. In Velten trifft Turbine Potsdam auf Manchester City. Der Bundesligist trifft dabei auf eine geballte Ladung Nationalspielerinnen. Repro: PNN

Turbine Potsdam Härtetest von internationalem Format

Reiner Hennies

Im einzigen Testspiel in der Winterpause spielt Bundesliga-Spitzenreiter Turbine Potsdam am Sonntag gegen den amtierenden englischen Frauenfußball-Meister Manchester City. Das Duell mit den Citizens steigt in einer neuen Partnerstadt von Turbine.

Manchester City kommt. Nicht die männlichen Profis von Trainer Pep Guardiola, sondern das Frauenteam dieses Fußballvereins. Am Sonntag messen sich die Engländerinnen bei einem Freundschaftsspiel mit dem Bundesliga-Spitzenreiter 1. FFC Turbine Potsdam. Gespielt wird in Velten um 14 Uhr. Für die Turbinen wird es der einzige offizielle Testvergleich in der Vorbereitung auf die Rückrunde der Bundesliga sein.

Die Ladies von Man City sind noch ein bisschen erfolgreicher als das männliche Star-Ensemble ihres Vereins. Aktuell sind die Damen englischer Meister, gehen also als Titelverteidiger in die neue Premier-League-Saison, die allerdings erst im Herbst beginnt. Bis dahin gibt es eine sogenannte Frühjahrssaison zur Überbrückung. Im April geht es los für die Citizens, die 2016 und 2014 auch Pokalsieger auf der Insel wurden. Bis dahin bereitet der 32-jährige Trainer Nick Cushings sein Team intensiv vor.

City testet in Vorbereitung auf Europapokal-Viertelfinale

„Potsdam ist ein willkommener Test vor den nächsten beiden Spielen im Viertelfinale der Champions League im März gegen Fortuna Hjørring“, so Cushings, der im November 2013 zu den Citizens kam. Das dänische Team aus Hjørring, das seine Qualitäten als Viertplatzierter beim internationalen Turbine-Hallencup am vergangenen Wochenende in der Potsdamer MBS-Arena zeigte, gilt als durchaus anspruchsvolle Hürde für die ambitionierten Engländerinnen.

Acht Spielerinnen aus Manchester waren gerade erst mit dem Nationalteam bei zwei Länderspielen gegen Schweden (0:0) und Norwegen (0:1) im Rahmen eines Trainingslagers in Spanien aktiv. England, das 2015 gegen Deutschland WM-Bronze holte, wird derzeit in der Weltrangliste auf Rang fünf geführt und ist beim „She Believes Cup“ Anfang März in den USA auch Gegner der DFB-Frauen.

Große internationale Erfahrung beim englischen Meister

Im Team von Man City ballt sich reichlich internationale Erfahrung. Auf 115 Länderspiele und fünf Einsätze für Großbritanniens Olympia-Auswahl 2012 kommt Jill Scott in ihren elf internationalen Jahren im Mittelfeld. Torhüterin Karen Bardsley, studierte Graphikdesignerin, hat in bislang 65 Länderspielen seit 2005 auf dem Platz gestanden. Abwehrspielerin Lucy Bronze war 2014 Englands Fußballerin des Jahres und hat seit der WM 2015 Kultstatus auf der Insel. Geboren im äußerst ländlichen Nordwesten im Distrikt Northumberland und aufgewachsen auf der – keine 200 Einwohner zählenden – Insel Lindisfarne an der Grenze zu Schottland sorgte sie als kleines Mädchen des Öfteren für Tränen bei Jungs in gegnerischen Teams. Denn die weigerten sich oftmals, gegen ein Mädchen anzutreten, wird kolportiert. Schon gar nicht gegen ein so gutes wie die kleine Lucy.

Weitere Nationalspielerinnen sind Demi Stokes, Isobel Christiansen, Toni Duggan und Neuzugang Nikita Parris. Steph Houghton ist sogar Kapitänin der Three Lions. Die 94-fache schwedische Auswahlspielerin Kosovore Asllani holte in Rio olympisches Silber und wechselte vor einem Jahr von Paris St Germain nach Manchester. Als weitere ausländische Nationalspielerinnen kicken Tessel Middag, seit 2012 Nationalspielerin der Niederlande, die beiden Schottinnen Jane Ross (98 Länderspiele) und Jennifer Beattie (103) bei den Citizens. Außerdem die 23-jährige Abwehrspielerin Irin Megan Campbell, seit 2011 irische Nationalspielerin, die auch für ihre flankenartige Einwürfe bekannt ist. Kleine Randnotiz: Ein Cousin Campbells ist Profi bei West Ham United, ihr Großvater Eamonn Campbell ist jahrelang mit seiner rauen Stimme Sänger und Gitarrist der legendären Irish- Folkgruppe „The Dubliners“ gewesen.

Seit Kurzem sind die Stadt Velten und Turbine Partner

Velten als Spielort des Freundschaftsvergleiches ist Ausdruck der neuen Partnerschaft zwischen dem 1. FFC Turbine und der Stadt in Oberhavel. Bürgermeisterin Ines Hübner und Vereinspräsident Rolf Kutzmutz unterzeichneten Mitte Januar die Vereinbarung im Beisein der RioOlympiasiegerinnen Svenja Huth und Tabea Kemme. Erstmals öffentlich demonstriert wurde die Partnerschaft am 20. Januar, als das „Turbinchen“-Maskottchen die Veranstaltung „Velten zeigt Herz“ besuchte. Die Aktion setzte ein Zeichen für Mitmenschlichkeit und Toleranz und war mit einer Fotoaktion verbunden, an der sich Spielerinnen des Vereins beteiligten. 

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