Rückkehr der guten Laune. Gina Chmielinski (l.) eröffnete den Torreigen für die Turbinen. Foto: Jan Kuppert
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Turbine Potsdam beendet Negativserie Balsam gegen Bremen

Nach drei sieglosen Pflichtspielen in Folge und zuletzt zwei heftigen Klatschen hat Turbine Potsdam einen ersten Schritt der Rehabilitation gemacht. In der Frauenfußball-Bundesliga bezwangen sie Werder Bremen deutlich.

Potsdam - Für Vanessa Fischer war es eine Wohltat. Beim 5:0 (2:0)-Heimerfolg des Frauenfußball-Bundesligisten Turbine Potsdam am Sonntag gegen Werder Bremen blieb die Potsdamer Torhüterin ohne Gegentreffer. Das war in der Vorwoche noch ganz anders. Da hatte Fischer bei den herben Niederlagen gegen den VfL Wolfsburg und Bayern München trotz eigener guter Leistungen gleich neunmal den Ball aus ihrem Kasten holen müssen. „Dass es diesmal mit einem Zu-Null-Sieg geklappt hat, ist sicherlich schön für mich“, sagte die Keeperin. „Aber vor allem ist es schön für uns als Mannschaft.“ Balsam auf die geschundene Turbine-Seele.

Anfangs agierten die Potsdamerinnen noch gehemmt

Das 0:4-Pokal-Aus in Wolfsburg und die 0:5-Liga-Klatsche in München hatten Spuren beim Potsdamer Team hinterlassen. Das sei schon im Training zu spüren gewesen, wie Trainer Matthias Rudolph erklärte. „Das Nervenkostüm war nach diesen beiden Niederlagen etwas dünn.“ Und so begann seine Elf dann auch am Sonntag gegen den Abstiegskandidaten von der Weser. Vor 1457 Zuschauern im Karl-Liebknecht-Stadion waren die Gastgeberinnen hauptsächlich darauf bedacht, möglichst keine Fehler zu fabrizieren. Wodurch wiederum der Esprit in der Offensive fehlte. Zwei Standardsituationen sorgten letztlich dafür, dass aus Turbines Plus an Ballbesitz auch ein Vorteil auf der Anzeigentafel wurde. Nach Freistößen trafen Gina Chmielinski (27. Minute) und Johanna Elsig (34.).

Zwischen diesen beiden Toren trat aber auch wieder die zuletzt große Defensivschwäche der Brandenburgerinnen zutage. Sie ließen Bremen zu zwei sehr guten Möglichkeiten kommen, die die Norddeutschen nicht nutzten. „Insgesamt haben wir das aber gut gemacht“, meinte Torwärtin Vanessa Fischer, deren Coach ebenfalls urteilte: „Wir haben uns gut in das Spiel reingearbeitet.“

In der zweiten Halbzeit kehrte die Spielfreude zurück

Nach dem Seitenwechsel blitzte sogar phasenweise das auf, was Matthias Rudolph in den vergangenen Jahren mit der Mannschaft erarbeitet hat, von ihr 2019 bisher aber kaum präsentiert worden war: strukturierter Kombinationsfußball. Viktoria Schwalm per Doppelpack nach fast identischem Spielzug über die rechte Außenbahn (65., 73.) und Felicitas Rauch mit einem Schlenzer ( 87.) erzielten die weiteren Tore für den Tabellenvierten, der unverändert einen Punkt hinter der drittplatzierten SGS Essen verbleibt.

Essen vom Bronzerang zu verdrängen, ist das Ziel in den restlichen fünf Saisonpartien. „Gegen Bremen konnten wir jetzt wieder Selbstvertrauen tanken und können nach vorne blicken“, sagte die 20-jährige Vanessa Fischer. Sie betonte: „Wir wissen alle, dass wir uns jetzt zusammenreißen müssen, den Fans was bieten müssen.“ Im Duell mit Werder sei das gelungen. Die Turbine-Anhänger genossen nach den Enttäuschungen der Vorwoche entsprechend das gleichsam für sie sehr wohltuende Erfolgserlebnis im „Karli“. Dort hatten die Potsdamer Kickerinnen zuvor auch nur dreimal nacheinander unentschieden gespielt. Der bis dato letzte Heimsieg – ein 3:0 gegen Bayer Leverkusen – lag fast auf den Tag genau vier Monate zurück. 

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