O du ärgerliche. Die Potsdamer Mannschaft haderte zwei Tage vor Heiligabend besonders mit den vielen eigenen Fehlern.  Foto: Julius Frick
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SC Potsdam gegen Schweriner SC Bittere Bescherung

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Die Volleyballerinnen des SC Potsdam kassierten ihre dritte Niederlage in Folge. Bei der Neuauflage des dramatischen Pokal-Halbfinals gegen den Schweriner SC agierten sie zu besinnlich. Und es schauten in der MBS-Arena so viele Besucher zu wie lange nicht.

Potsdam - Der Weihnachtsschmaus wird schmecken, natürlich, da ist sich Lexi Dannemiller sicher. Denn „wenn man mit der Familie am Tisch sitzt, ist immer alles wunderbar“. Doch es werde sich „bestimmt auch ein bitterer Geschmack“ beim Festmahl untermischen, gestand die US-amerikanische Volleyballerin des SC Potsdam am Samstagabend. Die unangenehme Würze resultiert aus den Ergebnissen ihres Teams in der unmittelbaren Vorweihnachtszeit. 

Binnen elf Tagen kassierte der SCP drei enttäuschende Niederlagen. Die eine tragisch, die andere haushoch – und die letzte dieser Reihe vor allem in ihrer Deutlichkeit selbstverschuldet. Mit 0:3 (20:25, 23:25, 22:25) unterlagen die Brandenburgerinnen am Samstag in der MBS-Arena dem Schweriner SC. 1678 Zuschauer waren gekommen, der größte Besucheransturm bei einem Potsdamer Bundesliga-Hauptrunden-Heimspiel seit fast sechs Jahren. „Wir hatten unsere Möglichkeiten, sie aber einfach nicht genutzt“, bemängelte Zuspielerin Dannemiller, die 2016/17 noch in Schwerins Diensten stand. „An unser höchstes Leistungslevel sind wir heute nicht herangekommen.“

Schwerin verhinderte diesmal Potsdamer "Vollgas-Volleyball"

Das war in der Vorwoche noch anders. Da hatte die Mannschaft des neuen Trainers Guillermo Hernandez den amtierenden Deutschen Meister aus Schwerin vor gewaltige Probleme gestellt. Erst im Tie-Break setzten sich die Gäste beim Halbfinalduell des nationalen Pokalwettbewerbs knapp durch. „Potsdam hatte es mit seinem Vollgas-Volleyball geschafft, uns überhaupt nicht in den Rhythmus kommen zu lassen. Wir hatten deshalb auch viele eigene Fehler gemacht“, erklärte Kimberly Drewniok in der Rückschau. Die 21-jährige Nationalspielerin war von 2015 bis 2017 beim SCP aktiv, ehe ihr Weg über die Zwischenstation Wiesbaden nun nach Schwerin führte. 

Anders als beim Pokalspiel bekam Potsdam im Ligavergleich mit dem SSC nicht so recht das Gaspedal durchgedrückt. „Weil wir sie gut daran gehindert haben“, meinte Drewniok. „Unsere Fehlerquote konnten wir gut minimieren.“ Und SCP-Zuspielerin Lexi Dannemiller musste gleichfalls einräumen: „Schwerin hat aus dem ersten Spiel mehr gelernt als wir. Sie waren besser vorbereitet und wir konnten darauf nicht antworten.“ Immerhin durfte Dannemiller ihrem Team aber attestieren, „viel besser“ aufgetreten zu sein im Vergleich mit der heftigen 0:3-Klatsche eine Woche zuvor beim Dresdner SC. Das Endergebnis gegen Schwerin sei zwar dasselbe, „aber von der kämpferischen Seite war das ein Riesenunterschied“, so die 25-Jährige.

Training wieder ab 26. Dezember, nächstes Spiel vier Tage darauf

In der Tat präsentierten sich die Gastgeberinnen mit mehr Leidenschaft und Willen. Allerdings schalteten sie auch zwischendurch immer mal wieder in den Modus der weihnachtlichen Besinnlichkeit. Sie wirkten dann auf dem Feld nahezu tiefenentspannt, verträumt, sodass katastrophale Abstimmungsprobleme entstanden und dem Kontrahenten freundlichst Punktgeschenke gemacht wurden. Im ersten und dritten Satz beispielsweise agierte Potsdam zunächst ebenbürtig bis etwa Mitte des Durchgangs. Eine Serie von 0:6 Zählern beziehungsweise sogar 0:9 ließ die Aussicht auf Erfolg jedoch verschwinden. Noch frustrierender der zweite Satz. Der SCP führte 23:22, stand vor dem Ausgleich – und geriet stattdessen in 0:2-Rückstand, weil die Nerven nicht mitspielten, als es entscheidend wurde. Mit martialischer Rhetorik analysierte Lexi Dannemiller: „Da hatten wir die Chance, sie zu killen, haben sie aber nicht gekillt.“ Ein Satzgewinn, mutmaßte sie, hätte die Partie wohl zu einer erneut spannenden Angelegenheit werden lassen. So machte letztlich das weiterhin diese Saison national ungeschlagene Schwerin verhältnismäßig kurzen Prozess und der SC Potsdam erlebte eine bittere Bescherung.

Auf Tabellenrang fünf liegend und mit drei Pflichtspielniederlagen nacheinander gehen die Potsdamerinnen in die Weihnachtstage. „Wir werden versuchen, hier mit unseren Familien etwas zu verschnaufen und Kraft zu sammeln“, sagte Lexi Dannemiller. „Viel Zeit dafür haben wir ja aber nicht.“ Bereits am 26. Dezember geht es mit dem Training weiter. Denn vier Tage später tritt der SCP zum nächsten Bundesligamatch beim VfB 91 Suhl an. Nach dem leicht bitteren Weihnachtsessen soll ein Auswärtssieg in Thüringen als süßes Dessert zum Jahresabschluss aufgetischt werden. 

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