SVB-Rivale Energie Cottbus würde in einem Meisterturnier antreten. Foto: Manfred Thomas
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Regionalliga Nordost Wird der Meister in einem Viererturnier gekürt?

Tom Bachmann

Bis zur Unterbrechung des Spielbetriebs hatten sich vier aufstiegswillige Teams an der Spitze der Nordost-Regionalliga formiert. Sie könnten womöglich auf neutralem Boden die Titelfrage klären. Der SV Babelsberg 03 hat eine grundsätzliche Meinung zur Saison.

Leipzig - Für eine sportliche Lösung will die Regionalliga Nordost ganz neue Wege gehen. Laut einem Bericht der „Bild“ plant der Nordostdeutsche Fußballverband (NOFV), den Meister in einem Viererturnier zu ermitteln. Das sei eines von vier Szenarien, die derzeit auf dem Tisch liegen. Eine Entscheidung könnte am 6. Mai fallen, wenn der NOFV zu seiner nächsten Videokonferenz zusammentritt.

An dem Turnier sollen die vier aufstiegswilligen Clubs Energie Cottbus, Hertha BSC II, VSG Altglienicke und der 1. FC Lokomotive Leipzig teilnehmen. Spielort soll das Erfurter Steigerwaldstadion sein. Am 30. Mai würden im ersten Halbfinale Cottbus und Altglienicke aufeinandertreffen, danach Lok und Hertha. Zwei Tage später soll ebenfalls in Erfurt das Finale stattfinden und live im MDR übertragen werden. Offen ist, ob der Gewinner dann auch direkt in die 3. Liga aufsteigen darf. Denn diese Saison muss eigentlich der Nordost-Meister in der Relegation gegen den Champion der West-Staffel um den Aufstieg kämpfen.

Tabellenführer Lok Leipzig fühlt sich benachteiligt

Laut "Kicker" lehnen Tabellenführer Altglienicke und Lok Leipzig das Turnierformat ab. Sie fühlen sich benachteiligt, weil sie noch nicht im Trainingsbetrieb zurück sind, während Cottbus seit dem 21. April per Ausnahmegenehmigung trainiert. In Sachsen sollen die Sportstätten ab dem 4. Mai geöffnet werden. Womöglich könnte Lok eine Sondergenehmigung für Mannschaftstraining erhalten.

Weitere Voraussetzungen sind die Fortsetzung der 3. Liga und die Zustimmung der Politik. Außerdem müsste der NOFV seine Satzung kurzfristig ändern. Neben der Turnier-Variante liegen drei weitere auf dem Tisch. Die Saison wird komplett abgeschlossen, die Saison wird abgebrochen und der Aufsteiger wird durch die Quotientenregelung ermittelt oder die Saison wird in Playoffs mit Hin- und Rückspiel entschieden. Im Falle der Quotientenregelung wäre Lok Leipzig Meister. 

SVB fordert Annullierung der Saison

Der SV Babelsberg 03 hatte sich zuletzt für einen rigorosen Abbruch der Saison inklusive Annullierung ausgesprochen. SVB-Präsident Archibald Horlitz hält eine Fortsetzung der Saison vor allem wegen gesundheitlicher Aspekte für unmöglich: „Selbst wenn es gelänge, den Spielbetrieb relativ kurzfristig wieder aufzunehmen, haben wir große Bedenken, dass die große Anzahl an noch zu bestreitenden Spielen bis zum 30. Juni absolviert werden kann“, so Horlitz. „Das würde regelmäßig drei Spiele pro Woche bedeuten." Auch wären die wirtschaftlichen Folgen von Geisterspielen nicht zu stemmen. 

Zudem gebe der Kiezklub zu bedenken, "dass im Fall nur eines positiv auf Covid-19 getesteten Spielers, seine Mannschaft sowie alle Gegner der vergangenen zwei Wochen für 14 Tage in Quarantäne müssten. Das wäre mit Blick auf den hohen Rhythmus der Spiele somit ein beachtlicher Teil von Mannschaften, die dann nicht mehr am Spielbetrieb teilnehmen könnnen. Wir plädieren daher ganz klar für eine Annullierung der Saison, weil die Gesundheit von Spielern, Schiedsrichtern und allen Beteiligten an erster Stelle steht“. Die Nulldreier lagen bis zur Unterbrechung des Spielbetriebs als Tabellendrittletzter zwei Punkte hinter einem Platz, der definitiv den Klassenerhalt sichern würde. (mit dpa)

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