Laufend unterwegs. Rund 1800 Teilnehmer waren in diesem Jahr beim rbb-Drittelmarathon auf den Straßen Potsdams unterwegs. Foto: Sebastian Gabsch
© Sebastian Gabsch

rbb-Lauf 2019 durch Potsdam Entscheidung auf dem letzten Kilometer

Matthias Schütt

Beim 16. rbb-Lauf über die Drittelmarathondistanz lieferten sich die Potsdamer Lokalmatadoren Stefan Hendtke und Tom Thurley ein spannendes Duell. Am Ende siegte Hendtke dank "All-In"-Taktik mit Top-Zeit. Schnellste Frau war Jennifer Weigt.

Potsdam - Spannung bis zum Ende. So wünschen es sich die Zuschauer an der Strecke. Bei der 16. Auflage des rbb-Drittelmarathons über 14,065 Kilometer am gestrigen Sonntag mit Start und Ziel an der Glienicker Brücke wurden die Enthusiasten am Rande nicht enttäuscht. Mit den Lokalmatadoren und Favoriten Stefan Hendtke (SC Potsdam) und Tom Thurley (Potsdamer Laufclub) duellierten sich zwei starke Läufer bis auf den Schlusskilometer, mit dem besseren Ausgang für Stefan Hendtke.

Nasser Start. Zu Beginn regnete es, aber dann wurde das Wetter immer besser. Foto: Sebastian Gabsch Vergrößern
Nasser Start. Zu Beginn regnete es, aber dann wurde das Wetter immer besser. © Sebastian Gabsch

Nach 43:19 Minuten überquerte der 28-Jährige die Ziellinie als Erster und war somit 15 Sekunden schneller als sein Verfolger, der zuletzt dreimal in Serie gewann. „Ich hatte gut trainiert und wollte an Tom Thurley dranbleiben, der von Beginn mit jedem Schritt ordentlich Druck gemacht hat“, sagte der 2019-Sieger, der zuletzt vor vier Jahren das Rennen gewann. „Auf dem letzten Kilometer bin ich dann ’All In’ gegangen“. Auf diesen tausend Metern konnte Thurley dann nicht mehr folgen, musste abreißen lassen und überquerte als Zweiter die Ziellinie. „Ich habe bis zum Ende alles gegeben und kann mir nichts vorwerfen. Es war ein cooles Rennen“, so der Zweitplatzierte, der für seine Saisonvorbereitung zuletzt ein dreiwöchiges Trainingslager im kenianischen Läufermekka Iten absolvierte. „Es gibt sicherlich nicht viele Orte auf der Welt, wo man besser trainieren kann. Es hat alles gepasst und die gelaufene Zeit jetzt zeigt, dass es sportlich was gebracht hat“, meinte Thurley. Im Vergleich zum Vorjahr war der Potsdamer noch einmal fast anderthalb Minuten schneller.

Von der sportlichen Seite. Potsdams Oberbürgermeister Mike Schubert war mit dabei. Foto: Sebastian Gabsch Vergrößern
Von der sportlichen Seite. Potsdams Oberbürgermeister Mike Schubert war mit dabei. © Sebastian Gabsch

Wie die beiden dominierenden Athleten waren in diesem Jahr rund 1800 Aktive am Start, wie es von der Zeitmessung hieß. Der rbb-Lauf ist gleichzeitig der Auftakt der dreiteiligen Serie „AOK! Potsdam läuft“, die beim ProPotsdam-Schlösserlauf (2. Juni) und der Intersport Olympia Lauf (15. September) ihre Fortsetzung findet.

Volle Motivation. Während einige Sportler neue Top-Zeiten erzielen wollten, stand für andere Teilnehmer der Spaß im Vordergrund. Foto: Sebastian Gabsch Vergrößern
Volle Motivation. Während einige Sportler neue Top-Zeiten erzielen wollten, stand für andere Teilnehmer der Spaß im Vordergrund. © Sebastian Gabsch

Während es die Herren im Vergleich zu den vorherigen Jahren ungewöhnlich spannend machten, setzte sich bei den Damen Jennifer Weigt von jk Running mit komfortablen Vorsprung durch. Nach 56:54 überquerte sie als Erste die Ziellinie und war somit fast zweieinhalb Minuten schneller als die nächste Frau. „Die Zuschauer an der Strecke haben mich enorm gepusht“, erklärte die Damensiegerin, die vor Antonia Erpel (x-runners Jena e.V./VS Luckenwalde) gewann. In der Teamwertung setzte sich die Mannschaft von den Potsdamer Stadtwerken durch.

Die Running-Tour durch Brandenburgs Landeshauptstadt vorbei an den vielen touristischen Attraktionen begann noch im Nieselregen, als die Läufer ins Ziel kamen, klarte es auf. „Es ist sicher einer der schönsten Läufe“, sagte Potsdams Oberbürgermeister Mike Schubert (SPD), der erstmalig in seiner Funktion als Stadtoberhaupt aktiv dabei war, kurz vor dem Startschuss. Diesen gab Potsdams Top-Triathleten Laura Lindemann, die am Tag zuvor noch im portugiesischen Quarteira ein Rennen des European Cups gewann. Nach den etwas mehr als 14 Kilometern gab es im Ziel die wegen ihres Motivs sehr begehrte Finishermedaille, die in diesem Jahr das Jägertor zierte. „Als Potsdamer ist der Lauf fast Pflicht. Es macht aber auch immer wieder Spaß“, so Stefan Hendtke. Vor allem wenn man im Schlussspurt gewinnt und als Erster die begehrte Plakette bekommt.

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