Bester seiner Lage. Über 100 Meter Rücken führt Christian Diener das deutsche Ranking an.  Foto: Petter Arvidson/dpa
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Potsdamer Rückenschwimmer Christian Diener Durch die Seitentür zur Weltmeisterschaft

Das Qualifikationsfenster für die diesjährige Schwimm-WM schließt demnächst. Der Potsdamer Rückenspezialist Christian Diener verpasste knapp die Einzelnorm, kann aber dank der Staffel hoffen. Auch Potsdams Para-Schwimmer nehmen Kurs auf ihre WM.

Stockholm/Eindhoven - Die Einzelnorm verpasst, aber über die Staffel zum internationalen Saisonhöhepunkt: Wie 2018 könnte es so auch dieses Jahr erneut für Christian Diener laufen. Der Schwimmer des Potsdamer SV im OSC hat als derzeit schnellster Deutscher über 100 Meter Rücken gute Chancen auf eine Nominierung für die Welmeisterschaft Ende Juli im südkoreanischen Gwangju. „Ich hoffe, dass es klappt. Ein Jahr vor Olympia bei der WM zu starten, wäre super“, sagt Diener. Nun müsse er aber die Entscheidung der Verantwortlichen im Deutschen Schwimm-Verband (DSV) abwarten. Der offizielle Qualifikationszeitraum läuft schließlich noch bis zum 30. April – er selbst macht bis dahin keinen Wettkampf mehr.

Nicht viel fehlte dem 25-Jährigen, um sich bereits sicher fühlen zu können. Beim Meeting vorige Woche in Stockholm schrammte er auf seiner Paradestrecke 200 Meter Rücken mit der Zeit von 1:57,08 Minute um lediglich acht Hundertstelsekunden an der vom DSV geforderten WM-Norm vorbei. „Das war natürlich ärgerlich“, meint er. Mit der Leistung reiht sich Diener auf Rang elf der diesjährigen Weltrangliste ein. Sein persönlicher Rekord, den er als Siebtplatzierter bei Olympia 2016 in Rio aufgestellt hatte, ist 0,81 Sekunden schneller. 

Nach Diskriminierung: WM der Para-Schwimmer in London statt Malaysia

Doch der gebürtige Cottbuser kann nun durch die Seitentür nach Gwangju. Mit seinen 54,78 Sekunden auf der Rückendistanz, die national derzeit Platz eins bedeuten, trug er seinen Anteil daran, dass Deutschland die Vorgabe zur WM-Teilnahme über 4x100 Meter Lagen der Männer erfüllte. Voriges Jahr hatte es Diener auch auf diesem Weg zur Europameisterschaft in Glasgow geschafftund kehrte mit Bronze in diesem Team-Wettbewerb zurück. Zudem durfte der Rückenspezialist dann auch in Einzelrennen ran, wurde Vierter über 200 Meter Rücken und Siebter auf der halben Distanz.

Derweil bringen sich Potsdams paralympische Schwimmer immer besser in Form für ihre Weltmeisterschaft. Beim Meeting in Eindhoven am Wochenende steigerte Verena Schott, die für den Brandenburgischen Präventions- und Rehabilitationsverein (BPRSV) startet, über 100 Meter Rücken ihren eigenen Europarekord um satte neun Zehntelsekunden. Diese Saison hatte sie schon mehrfach sowohl Deutsche Rekorde als auch internationale Bestmarken geknackt. Neben Schott haben auch bereits Gina Böttcher (SC Potsdam) sowie Peggy Sonntag (BPRSV) die WM-Normen erfüllt. Inzwischen steht auch fest, wo und wann das Welt-Championat stattfindet: vom 9. bis 15. September in London, wie das Internationale Paralympische Komitee (IPC) diese Woche mitteilte. Das IPC hatte im Januar Malaysia die Ausrichtung der ursprünglich für Ende Juli geplanten WM entzogen, nachdem das Land verkündet hatte, keine israelischen Aktiven einreisen zu lassen.

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