Luca Maria Graf loste die Vorrundengruppen für die Turbine-Hallencup 2020 aus. Foto: Andreas Klaer
© Andreas Klaer

Mittelfeldspielerin Luca Maria Graf im Interview „Turbine ist noch etwas Besonderes“

Luca Maria Graf ist ein gutes Beispiel für Turbines aktuellen Weg, junge Spielerinnen zu fördern. Im Interview spricht die 20-Jährige über wertvolle Erfahrungen, die bisherige Saison und die Perspektive eines reinen Frauenfußballvereins wie dem aus Potsdam.

Frau Graf, die Hinrunde in der Frauenfußball-Bundesliga ist gespielt, Turbine Potsdam überwintert auf Platz fünf. Nach schwierigem Start gab es zuletzt sechs Siege aus sieben Spielen. Was sind die wertvollsten Erfahrungen der vergangenen Wochen und Monate?
 

Wir alle haben viel an Erfahrungen gesammelt und ich ganz besonders durch die viele Spielpraxis, die ich bekommen habe. Für mich ist das wichtig, um mich weiter zu etablieren und dann Einsatzchancen auch gegen stärkere Mannschaften wie Wolfsburg und Bayern zu bekommen. Es war in der Tat wichtig zu sehen, dass wir immer gekämpft und nicht aufgegeben haben, auch wenn wir mal ein, zwei Tore zurücklagen. Und dass wir nie den Spaß verlieren, auch wenn es sehr professionell und ein harter Wettbewerb ist. Schließlich hat uns der Spaß dorthin gebracht, was wir machen und wird uns auch jeden Tag weiterbringen.

Wo sehen Sie für sich persönlich die Gründe, dass es in dieser Saison so gut läuft? Sie haben bereits zwölf Spiele bestritten, nachdem Sie es in Ihrem ersten Jahr in Potsdam ja durchaus schwer hatten und nur auf sechs Einsätze kamen.

Ich habe eine gewisse Zeit gebraucht, um mich zu entwickeln und mit dem Studium und bei dem Verein Fuß zu fassen. Ich habe das viele Training und den Input gebraucht.

Für den Frauenfußball in der Bundesliga gibt es zunehmend die Entwicklung, dass die Klubs mit Männervereinen fusionieren und somit immer professioneller werden. Bei Turbine wird das nicht möglich sein. Was muss der Verein tun, damit junge Spielerinnen wie Sie hier eine Perspektive haben?

Ich denke, dass der Verein da sehr bemüht ist und investiert, was er kann. Aber da steckt sehr viel Arbeit dahinter. Es wird nicht einfach, sich als reiner Frauenverein zu behaupten und durchzuboxen, ohne einen Männerklub im Rücken zu haben. Aber es ist nicht unmöglich und ich schätze es sehr, dass Turbine dafür alles gibt. Ein Klub wie Turbine ist noch etwas Besonderes, familiärer. Ich denke, dass mit einer guten Nachwuchsarbeit hier Spielerinnen ausgebildet werden, die sich dann auch sehr mit dem Verein identifizieren und das auf dem Platz und auch außerhalb darstellen. Hinzu kommt, dass Potsdam eine sehr schöne Stadt ist, in der ich mich sehr wohl fühle.

Zur Person: Luca Maria Graf (20) ist Mittelfeldspielerin bei Turbine Potsdam. Sie stammt aus Baden-Württemberg und besuchte das Sportgymnasium Jena. 2018 wechselte Graf nach Potsdam. Für ihren 2:1-Siegtreffer beim Auswärtsspiel gegen den 1. FC Köln im September wurde sie für das "Tor des Monats" in der ARD-Sportschau nominiert.

Zur Startseite