FLB-Präsident Jens Kaden (l.) sucht den Dialog mit Vereinsverantwortlichen wie SVB-Chef Archibald Horlitz.  Foto: Peter Könnicke
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Fußball-Landesverband Brandenburg Problemfälle Regionalliga-Reform und Ehrenamt

Brandenburgs neuen Fußballverbands-Chef Jens Kaden beschäftigt sehr die geplante Reform der Regionalligen. Im Kampf um eine Lösung sucht er das Gespräch mit den betroffenen märkischen Vereinen wie dem SV Babelsberg 03. Außerdem sorgt sich Kaden um das Ehrenamt.

Cottbus - Während die Fußballer des SV Babelsberg 03 vergangenen Freitag in die Vorbereitung auf den zweiten Saisonabschnitt gestartet sind, beschäftigt die Frage nach der Regionalligareform weiter intensiv die Verbände. In einem verbandseigenen Interview sprach Jens Kaden über die Herausforderung der Reform, mit der auch die Neuregelung des Aufstiegs in die 3. Liga einhergeht. „Der Ball liegt nun bei uns“, sagt Kaden, der im September zum neuen Präsidenten des Fußball-Landesverbandes Brandenburg (FLB) gewählt worden war. Mit „uns“ meint er die Verantwortlichen der Regionalverbände Nordost (NOFV), Nord und Bayern sowie deren Landesverbände.

Sie stehen bei dem Reformvorhaben besonders im Fokus. Derzeit gibt es fünf Regionalligen, aus denen aber nur vier Meister aufsteigen. Damit künftig alle Staffelsieger in die 3. Liga rücken können, soll die Struktur der Regionalspielklassen verändert werden. Vier Ligen sind ein Ziel. Dafür müssen allerdings bestehende Konstrukte aufgebrochen werden. Ein Vorschlag lautet: Aus den bisherigen drei Staffeln Nordost, Nord und Bayern sollen zwei werden.

"Finanzielle Nöte" bei Neugliederung der Ligen

Der ebenfalls neue NOFV-Präsident Erwin Bugar hatte nach seiner Wahl im Dezember erklärt, dass der Erhalt der Nordost-Staffel für ihn „höchste Priorität“ habe. „Wir, die Präsidenten der betreffenden Landesverbände, haben nunmehr die Aufgabe, für den uns obliegenden Bereich eine Aufstiegslösung zu erarbeiten, oder aber auch die Gründe für eine weitere Nichtlösung darzulegen“, sagt derweil Kaden. Dazu möchte er zeitnah mit den märkischen Regionalligisten wie dem SV Babelsberg 03 und Drittligist Energie Cottbus ins Gespräch kommen. Er betont: „Die Regionalliga ist eine Amateurspielklasse – die damit einhergehenden finanziellen Nöte der Vereine sind bei einer Neugliederung nicht von der Hand zu weisen.“

Zudem sprach Jens Kaden in dem Interview über den weiter zunehmenden Mangel an Ehrenamtlichen in den Vereinen und Verbänden beziehungsweise deren Überalterung. Um dem entgegenzuwirken, seien nicht nur Anreize für eine veränderte Entschädigung oder eine andere gesellschaftspolitische Würdigung von Belang, meint Kaden. Der frühere Vorsitzende des FLB-Verbandsgerichtes appelliert vielmehr an alle Beteiligten, eigene Verhaltensweisen zu überdenken. Ein stets fairer Umgang soll Mittel zur Verbesserung des Arbeitsklimas für Ehrenamtliche sein. „Die Bereitschaft, für den Fußball seine Freizeit und Kraft zu investieren, darf nicht dadurch geschmälert werden, dass wir uns das Leben um unseren geliebten Fußball durch gewisse Egoismen, Ignoranz von Regeln und falsches Demokratieverständnis selbst erschweren“, sagt Kaden.

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