Selina Cerci traf doppelt. Foto: Turbine Potsdam
© Turbine Potsdam

Update Doppelpack von Selina Cerci Turbine Potsdam dreht Spiel gegen Essen

Michael Lachmann

In der zweiten Halbzeit warfen die Potsdamer Fußballerinnen alles nach vorne und sicherten sich nach einer Aufholjagd den zweiten Saisonsieg.

Potsdam - Turbine Potsdam hat am vierten Spieltag in der Frauenfußball-Bundesliga einen schwer erkämpfen Heimsieg eingefahren. Im Duell gegen den Tabellennachbarn SGS Essen siegte das Team von Trainer Sofian Chahed am Sonntag nach einem 0:2-Rückstand vor 1258 Zuschauern im Karl-Liebknecht-Stadion noch mit 3:2 (0:1). Durch den zweiten Saisonsieg zogen die Turbinen in der Tabelle an Essen vorbei.

Turbine erwischte in einer turbulenten Anfangsphase einen denkbar schlechten Start. Essens Jill Baijings verwandelte einen Freistoß aus 25 Metern in halbrechter Position direkt zur frühen Essener Führung (6. Minute). Potsdams Torfrau Vanessa Fischer sah dabei nicht gut aus. Nach 15 Minuten hatte Fischer Glück, dass Maike Berentzen einen Fehler der Turbine-Keeperin nicht zum zweiten Treffer verwerten konnte. Kurz zuvor vergaben auf der Gegenseite Nina Ehegötz und Maria Plattner innerhalb weniger Sekunden hochkarätige Chancen zum Ausgleich.

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Die zweite Spielhälfte begann noch spektakulärer als der erste Durchgang. Zuerst erhöhte Berentzen für Essen auf 2:0 (53.), ehe Sophie Weidauer Turbine mit dem Anschlusstreffer zurückbrachte (55.). Zwei Minuten später hatte Ehegötz den Ausgleich auf dem Fuß, traf freistehend vor dem Tor aus sechs Metern nur den Pfosten. 

Turbine warf nun alles nach vorne. Weidauer schoß am leeren Tor vorbei (69.), doch mit dem nächsten Angriff traf Selina Cerci mit ihrem ersten Saisontor zum zu diesem Zeitpunkt hochverdienten Ausgleich (70.). Schließlich belohnte Cerci den Sturmlauf der Turbinen fünf Minuten vor dem Ende mit dem umjubelten 3:2-Siegtreffer. 

„Klar schießt man als Stürmerin gerne Tore“, sagte Cerci, „aber ich habe mir deswegen kaum Druck gemacht. Letztendlich ist es ein Mannschaftssport und da ist es egal, wer trifft. Aber ja, wenn ich dann treffe, bin ich natürlich glücklich darüber“. Auch der Trainer atmete auf. „Ich freue mich, dass der Knoten endlich bei ihr geplatzt ist“, sagteChahed:„Wir wussten aber immer, was in ihr schlummert und dass sie das Talent hat, die Bälle im Strafraum entsprechend zu verwerten.“

Cerci hofft auf Nationalmannschafts-Berufung 

Seit dem vergangenen Sommer spielt Cerci für Turbine, vom SV Werder Bremen war Cerci nach Potsdam gekommen. Acht Tore hatte sie in ihrer ersten Spielzeit für den neuen Verein erzielt. Nun hofft sie, eventuell auch das Interesse von Bundestrainerin Martin Voss-Tecklenburg geweckt zu haben. Sie würde sich freuen, wenn es so wäre, sagte Cerci: „Aber zuerst lege ich meinen Fokus darauf, bei Turbine eine konstante Leistung auf den Rasen zu bringen. Von allem anderen lasse ich mich gerne überraschen.“

Kontakt mit Voss-Tecklenburg hatte die Turbine-Angreiferin nach eigenen Angaben noch nicht. Die nächste Gelegenheit, sich ins Gespräch zu bringen, hat Cerci am kommenden Sonntag (13.00 Uhr, MagentaSport) gegen ihren Ex-Verein Bremen. Und auch im Pokal will die Stürmerin weiterhin ihre Gefährlichkeit unter Beweis stellen: Im Achtelfinale (30./31. Oktober) haben die Turbinen das Heimrecht gegen Bundesliga-Aufsteiger 1. FC Köln zugelost bekommen

(dpa)

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