49ers-Kapitän Sebastian Fülle bewies Nervenstärke gegen Dresden.  Foto: Benjamin Feller
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2. Basketball-Bundesliga ProB TKS 49ers senden Lebenszeichen im Kampf um den Klassenerhalt

Ein spektakulärer Heimsieg gegen die Dresden Titans hat bei den mittelmärkischen Korbjägern den Glauben an sich selbst gestärkt. Für die Playdowns kann die Ausgangslage noch deutlich verbessert werden.

Kleinmachnow - Sprichwörtlich lacht derjenige am besten, der zuletzt lacht. So war es auch am Sonntag beim Spiel der 2. Basketball-Bundesliga ProB Nord zwischen den TKS 49ers und den Dresden Titans. Rund vier Minuten vor Ende der Partie führten die Sachsen mit 65:58, weshalb ihre Fans bereits vorfreudig „Auswärtssieg“ in der Kleinmachnower BBIS-Sporthalle skandierten. Doch sie freuten sich zu früh.

Das mittelmärkische Heimteam steckte nämlich nicht auf, kämpfte sich erst heran und ging während der Schlussminute sogar selbst in Führung. Am Ende stand – auch dank der Freiwurf-Nervenstärke von Kapitän Sebastian Fülle – ein 70:66 für die 49ers auf der Ergebnistafel. „Das war ein sehr emotionaler Sieg“, sagt der sportliche Leiter Vladimir Pastushenko. „Die Mannschaft hat herausragend Charakter gezeigt und bewiesen, dass sie lebt – in unserer Situation ist das sehr wichtig.“ 

Vorletzter, zwei Punkte zum rettenden Ufer und noch viele direkte Duelle

Denn die Truppe aus Teltow/Kleinmachnow/Stahnsdorf steckt tief im Kampf um den Klassenerhalt. Durch den Heimerfolg gegen die Titans, denen man im Hinspiel noch mit fast 30 Punkten Differenz unterlegen war, wurde zumindest die rote Laterne in der Tabelle abgegeben. Mit nunmehr zehn Punkten liegt das TKS-Team aufgrund des gewonnenen direkten Vergleichs vor Düsseldorf (ebenfalls zehn). Den ersten Nichtabstiegsplatz belegt Iserlohn (zwölf).

Düsseldorf, die 49ers und Iserlohn stehen bereits als Teilnehmer für die Playdowns fest. In dieser machen die vier schlechtesten Mannschaften der Hauptrunde in einer Jeden-gegen-Jeden-Serie mit Hin- und Rückrunde die zwei Absteiger unter sich aus. Nach aktuellem Stand müsste auch Oldenburg (18) in die Playdowns. Allerdings herrscht in der Liga eine enorme Leistungsdichte, sodass auch die Klubs von Platz acht (Bernau) bis vier (Dresden) zittern müssen – sie alle haben jeweils 20 Zähler auf dem Konto. Spannung pur also. „Wir haben auf jeden Fall das Potenzial, in der Liga zu bleiben, und müssen auch alle daran glauben“, sagt Pastushenko. „Mit dem Dresden-Spiel ist hoffentlich der Knoten geplatzt.“

Er betont, dass in den abschließenden drei Hauptrundenpartien Weichenstellungen möglich seien. Die Punkte aus der regulären Saison werden mitgenommen – und weil die 49ers noch auf den Fünften aus Sandersdorf sowie die unmittelbar vor ihnen liegenden Kontrahenten Iserlohn und Oldenburg treffen, ließe sich die Ausgangslage mit weiteren Siegen deutlich verbessern. „Wir müssen jetzt alle Kräfte mobilisieren“, sagt der sportliche Leiter. Entscheidend werde, dass die von Nicolai Coputerco trainierte Mannschaft mehr Stabilität bekomme. „Wir erreichen nur ab und zu unser wahres Leistungsniveau, sind nicht kontinuierlich genug.“

ProB-Rückkehr soll nicht nur eine Saison andauern

Dabei galt der Verein aus der Mittelmark lange Zeit als die Konstante schlechthin in der 2. Bundesliga ProB. Er war das einzige Gründungsmitglied dieser Spielklasse, das von 2007 bis 2018 durchgehend auf diesem Level spielte. Dann folgte der Abstieg in die 1. Regionalliga. Aber nach nur einem Jahr gelang die Rückkehr. Realisiert werden konnte diese nicht zuletzt durch finanzielle Hilfe der drei Kommunen Teltow, Kleinmachnow und Stahnsdorf. Sie steuerten zusätzlich je 10.000 Euro bei. Die Basketballer gehen deswegen inzwischen als TKS 49ers und nicht mehr unter dem Klubnamen RSV Eintracht 1949 auf Korbjagd.

„Wir sind der Region verpflichtet“, hatte Pastushenko zu Saisonbeginn gesagt. Jetzt geht das Spieljahr in die heiße Phase und er betont: „Wir wollen mit dem Klassenerhalt etwas zurückgeben.“ Es wäre ein Erfolg, der letztlich das größte Lachen bewirken würde.

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