Der geplante Grundriss des neuen Stadtteils in Krampnitz. Grafik: Pro Potsdam
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Zu klein, zu teuer, zu breit Für Krampnitz keine Oberleitungsbusse geplant

Die Straßenbahn-Trasse nach Krampnitz wird später fertig gestellt als geplant. Ein Umdenken findet aber nicht statt.

Potsdam - Nach der bekannt gewordenen Verzögerung bei den Planungen für die Tramtrasse ins neue Stadtteil Krampnitz haben Stadtverwaltung und Verkehrsbetrieb (ViP) die Forderungen zurückgewiesen, bei dem Großprojekt neu zu denken – und Oberleitungsbusse einzusetzen.

Mehr Fahrgäste in Trams als in Bussen

Vielmehr sei eine Tram „verkehrlich und wirtschaftlich“ längerfristig das sinnvollere Verkehrsmittel in Richtung Innenstadt, teilte ViP-Sprecher Göran Böhm auf PNN-Anfrage mit. Das wichtigste ViP-Argument: Wegen längerer Fahrzeuge können in Trams deutlich mehr Fahrgäste zur selben Zeit befördert werden als in Bussen.

Um diesen Platzvorteil auszugleichen, müssten deutlich mehr Busse fahren. „Dadurch würden der Busbeschaffungs- und Personalbedarf steigen“, so ViP-Sprecher Böhm. Ferner würden die O-Busse erst ab der Haltestelle Campus Jungfernsee fahren, Fahrgäste müssten also umsteigen.

O-Bus-System wäre drittes Nahverkehrssystem in Potsdam

Rathaussprecher Markus Klier ergänzte, wenn die O-Busse unabhängig vom normalen Straßenverkehr fahren sollten, sei auch hierfür eine eigene Trasse notwendig – die breiter wäre als eine begrünbare Rasengleis-Tramtrasse. Ferner sei auch dafür ein vollständiges und eben langwieriges Planfeststellungsverfahren wie für die Straßenbahn notwendig.

Zuletzt wäre ein O-Bus-System neben den konventionellen Bussen und Trams das dritte Nahverkehrssystem für Potsdam – doch so etwas sei nur bei einer größeren Streckenanzahl sinnvoll, schon weil zusätzliche Ressourcen notwendig seien.

O-Busse seien zu teuer

„Man würde extra ausgebildetes Personal für Wartung und Reparatur, eine Werkstatt und zusätzliche Abstellkapazitäten benötigen“, zählte Klier auf. Zudem sei der Markt für O-Busse eher klein und die Fahrzeuge daher teuer. Auch sei es schwer, ausgebildete Fachkräfte für Wartung und Reparatur zu finden, so Klier.

Vor knapp zwei Wochen hatte die Stadt eingeräumt, dass die Tram nach Krampnitz wegen Rückständen in der Planung wohl erst ab Ende 2028 fährt – und nicht schon Ende 2025. Daraufhin hatten Kommunalwahlkandidaten der CDU und Die Andere gefordert, man müsse auch den Einsatz von O-Bussen prüfen.

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