Oberbürgermeister Mike Schubert gehört zur Delegation. Foto: Ottmar Winter
© Ottmar Winter

Zeichen für Humanität setzen Oberbürgermeister Schubert besucht Flüchtlinge auf Lesbos

Christian Müller

Potsdams Oberbürgermeister Mike Schubert gehört zu einer Delegation, die sich auf der griechischen Insel Lesbos ein Bild von den Flüchtlingslagern machen will.

Potsdam - Oberbürgermeister Mike Schubert reist noch im Februar mit einer Delegation der Evangelischen Kirche in Deutschland (EKD) auf die griechische Insel Lesbos, um sich vor Ort ein Bild von der Situation der dort ausharrenden Flüchtlinge zu machen. 

"Die Landeshauptstadt Potsdam ist Teil der Allianz von Städten in Deutschland, die mehr geflüchtete Menschen aufnehmen kann und auch möchte. Vor allem den vielen Kindern, die allein in den Lagern leben, weil die Eltern tot sind, müssen wir helfen", teilte Schubert mit. In und um Moria auf der Insel Lesbos leben rund 20000 Menschen, darunter 1000 unbegleitete Kinder. Das Camp in Moria ist heillos überfüllt. Ursprünglich sollte es knapp 3000 Menschen Platz bieten.

Schubert fordert Unterstützung der Mittelmeerstaaten

Schubert wünscht sich einen langfristigen und solidarischen Weg der EU für die Verteilung der Geflüchteten. Dieser sei aber aufgrund nicht zuletzt von Staaten wie Österreich und Ungarn in weiter Ferne. "Dass es keine europäische Lösung gibt, darf aber nicht heißen, den Menschen nicht zu helfen beziehungsweise die Lasten allein den Mittelmeerstaaten zu überlassen", sagte der SPD-Politiker. "Im Gegenteil, wir dürfen nicht tatenlos zusehen, wie Menschen im Mittelmeer ertrinken oder Kinder unter unmenschlichen Zuständen in Auffanglagern auf griechischen Inseln untergebracht sind.“

Potsdam hatte als Mitglied des Bündnisses "Städte Sicherer Häfen" zugesagt, aus Seenot Gerettete aufzunehmen. Die ersten 25 Geflüchteten kamen im Januar in der Landeshauptstadt an.

Tausende Flüchtlingen leben aus Lesbos unter unerträglichen Bedingungen. Foto: dpa Vergrößern
Tausende Flüchtlingen leben aus Lesbos unter unerträglichen Bedingungen. © dpa

"Es fehlt an allem"

"Das Leid der Schutzsuchenden in Moria ist der Europäischen Union unwürdig. Es fehlt an allem. Außerdem wird geltendes Recht nicht ausreichend genutzt, um die Krise zu lindern: Familienzusammenführungen wären ein hilfreicher Weg, Griechenland - und viele Geflüchtete - zu unterstützen. Gerade Deutschland lehnt diese Gesuche aber viel zu oft ab", so Prälat Martin Dutzmann, der Bevollmächtige des Rates der EKD.

Die Reise findet vom 27. bis 29. Februar statt. Neben Schubert und Dutzmann sind auch der Staatssekretär für Integration des Berliner Senats, Daniel Tietze, der Bürgermeister der Stadt Rottenburg, Thomas Weigel, sowie Liza Pflaum, Vertreterin der Organisation SEEBRÜCKE, Teil der Delegation. 

Wie die EKD mitteilte, trifft sich die Delegation am 27. Februar zunächst in Athen mit Vertretern von Hilfsorganisationen und besucht ein Lager für unbegleitete Kinder. Am 28. Februar sind die Delegationsteilnehmer auf Lesbos und besuchen Moria einschließlich der Lagerteile außerhalb des offiziellen Geländes. Laut der Pressemitteilung ist auch ein Treffen mit dem Bürgermeister von Lesbos, Spyros Galinos, geplant.


Zur Startseite