Der Staudenhof am Alten Markt könnte ab 2022 abgerissen werden. Foto: Andreas Klaer
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Wohnen in Potsdam Linke fordert nahegelegene Ersatzwohnungen bei Staudenhof-Abriss

Die Linke stellt weitreichende Forderungen, falls der Staudenhof in der Potsdamer Innenstadt tatsächlich abgerissen werden sollte. Denn genau dafür hatte sich zuletzt eine Mehrheit angedeutet.

Potsdam – Der Streit um den Erhalt des Wohnblocks Staudenhof und um die früheren Skulpturen, die davor standen, geht in die nächste Runde. Anlass sind zwei Anträge, die in der nächsten Stadtverordnetenversammlung auf der Tagesordnung stehen.

Hans-Jürgen Scharfenberg ist Chef der Potsdamer Linke-Fraktion. Foto: Andreas Klaer Vergrößern
Hans-Jürgen Scharfenberg ist Chef der Potsdamer Linke-Fraktion. © Andreas Klaer

Einen davon hat Linke-Fraktionschef Hans-Jürgen Scharfenberg gestellt, der weitreichende Forderungen für einen Ersatzbau hat, sollte der Staudenhof tatsächlich ab 2022 abgerissen werden. Das hatte zuletzt die kommunale Bauholding Pro Potsdam nach einer Wirtschaftlichkeitsbetrachtung vorgeschlagen – auch mit Blick auf nur für Neubauten mögliche Fördermittel in Millionenhöhe. Dabei müsse von der Pro Potsdam als dauerhafte Eigentümerin eine „soziale Belegungsbindung von mindestens 75 Prozent“ gesichert werden, fordert Scharfenberg in dem Antrag. Die Mieter des Wohnhauses müssten langfristig in die künftige Entwicklung des Standortes einbezogen werden, für die Bauzeit müssten jeweils Ersatzwohnungen im Umfeld zur Verfügung stehen.

Linke will auch Sanierung prüfen lassen

Nach Druck von der Parteibasis will Scharfenberg laut dem Antrag aber auch noch einmal die sozialverträgliche Sanierung des DDR-Baus prüfen lassen. Auch sei zu prüfen, inwieweit bei einem Neubau „Anlehnungen“ an die Gestaltung des jetzigen Wohnblocks möglich sind – etwa bei der Fassade oder der Wiederaufstellung der Skulpturen, die im Zuge des Abrisses der Fachhochschule abgebaut werden mussten.

Zu diesen drei Plastiken des Künstlers Jürgen von Woyski hatte es zuletzt eine Abstimmungsposse im Stadtparlament gegeben: Ungewollt hatte eine Mehrheit als neuen Standort die Freundschaftsinsel bestimmt. Dieses Votum will die Potsdamer Grünen-Fraktion nun wieder aufheben lassen, wie es in einem weiteren Antrag heißt. Zudem sollten die Kunstwerke „sicher deponiert werden, bis neue, dauerhafte Standorte im Bereich der neuen Potsdamer Mitte gefunden worden sind“. Denn auf der Freundschaftsinsel sei schlicht kein Platz für das Figurenensemble, argumentieren die Grünen.

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