Geduldsprobe für Autofahrer auf der Neuendorfer Straße. Die L40 war am Montagmittag stadteinwärts gesperrt, der Verkehr wurde umgeleitet. Foto: PNN / Ottmar Winter
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Wegen Ölspur gesperrte L40 Autofahrer kritisieren Stadt Potsdam scharf

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Wegen einer Ölspur wurde die Nuthestraße stundenlang stadtauswärts gesperrt. Autofahrer standen bis zu drei Stunden im Stau. Sie kritisieren nun die Stadt Potsdam, die die Vorwürfe aber zurückweist.

Potsdam - Nach einer stundenlangen Vollsperrrung der Nuthestraße am Montag wegen einer Ölspur üben Betroffene Kritik an der nach ihrer Ansicht unzureichenden Kommunikation. Dass zahllose Autofahrer in diese „Staufalle“ gerieten, sei der „abgrundtief schlechten Informationspolitik der Stadt Potsdam zu verdanken“, schrieb eine erboste Leserin den PNN. Es sei ihr ein Rätsel, warum es keinerlei Warnschilder gab, die die Autofahrer bereits im Vorfeld informierten, sodass sie das Gebiet hätten weitläufiger umfahren können, so die Leserin. Auch im Radio habe sie nichts von der Sperrung erfahren. Sie selbst habe drei Stunden im Stau festgesessen. Weitere Betroffene berichteten von chaotischen Zuständen rund um die Heinrich-Mann-Allee und offenbar verzweifelten verkehrswidrigen Wendemanövern von Autofahrern, die dem Stau zu entgehen suchten.

Noch ist unklar, wer die Spur verursacht hat

Wie berichtet war die Nuthestraße am Montag in stadteinwärtiger Richtung zwischen Horstweg und Friedrich-List-Straße seit dem späten Vormittag gesperrt. Grund war eine rund 80 Zentimeter breite Ölspur, verursacht durch ausgelaufenen Dieselkraftstoff, erklärte Thomas Schmidt vom zuständigen Landesbetrieb Straßenwesen auf PNN-Anfrage.

Wer die Spur verursacht hat, sei noch unklar. Schmidt zeigte Verständnis für den Frust der Betroffenen. Dass die Sperrung so lange gedauert habe – sie konnte erst um 18 Uhr wieder aufgehoben werden – sei einer „unglücklichen Verkettung von Umständen“ zu verdanken, so Schmidt. Entdeckt worden sei die Spur von Mitarbeitern der Stadtverwaltung, die auch die Sperrung veranlasst hätten. Er selbst sei kurz nach 12.30 Uhr informiert worden. Dass der Informationsfluss so schleppend lief, lag nach PNN-Informationen daran, dass die Polizei fälschlicherweise zunächst annahm, die Stadt sei für die Beseitigung der Ölspur zuständig. Tatsächlich war es aber der Landesbetrieb. Er habe dann unverzüglich das mit solchen Fällen betraute Spezialunternehmen in Kenntnis gesetzt, sagte Schmidt. Dieses habe seinen Sitz aber in Königs Wusterhausen und eine Außenstelle in Genshagener Heide. Für die Anfahrt habe die Firma 90 Minuten Zeit. Diese Frist habe am Montag jedoch nicht eingehalten werden können, weil Unfälle auch auf dem südlichen Berliner Ring Staus verursacht hätten, in denen das Fahrzeug stecken geblieben sei. Um 15 Uhr sei die Firma vor Ort gewesen, wegen des Ausmaßes der Verunreinigung der Fahrbahn habe die Beseitigung dann drei Stunden gedauert, erläuterte Schmidt.

Die Stadt Potsdam sieht keine Schuld bei sich

Dass der Landesbetrieb die Öffentlichkeit nicht ausreichend informiert habe, wies Schmidt zurück. Er selbst habe die Meldung im Radio gehört, der Verkehrsfunk der Rundfunksender werde in aller Regel auch zuerst informiert. Auch die Stadt sieht bei sich keine Schuld: Die Vollsperrung der L40 im Berufsverkehr sei eine „besondere Situation und kann nicht über Ausweichstrecken kompensiert werden“, sagte ein Rathaussprecher. Erschwert worden sei die Lage durch die Sperrung des Horstwegs wegen einer Havarie. Auch habe die erste mobile Info-Tafel, die normalerweise auf besondere Verkehrssituationen aufmerksam macht, im Bereich der Sperrung gestanden und somit nicht als Info-Quelle dienen können, sagte der Sprecher.

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