Bereits im Sommer hatte es Kritik am Fuhrbetrieb gegeben. Damals warfen Tierschützer dem Betrieb vor, die Pferde zu lang in der Sonne stehen zu lassen.  Foto: Andreas Klaer
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Tierschützer veranstalten Kundgebung Kutscher wieder in der Kritik: Pferd gestürzt

Wieder Ärger um Kutschfahrten in Potsdam: Am Samstag sorgte ein Foto im sozialen Netzwerk Facebook für Furore, auf dem ein Tier des Pferdefuhrbetriebs Sengebusch zu sehen ist, das während einer Kutschfahrt mit Touristen zu Boden ging.

Der Vorfall ereignete sich am Potsdamer Luisenplatz. Dabei erlitt das Tier eine Schürfwunde. Am Sonntag fand daraufhin eine Kundgebung des Tierschutzvereins Animals Care statt. „Pferde haben auf der Straße einfach nichts zu suchen“, sagte Lisa Waldmann von dem Verein auf Anfrage. Die Tierschützer kritisieren, dass das Pferd nach dem Sturz mit der vollbesetzten Kutsche die Tour beenden musste. Mehrere Zeugen des Unfalls hätten den Fahrer laut Waldmann aufgefordert, die Touristen aussteigen zu lassen. 

Christiane Sengebusch vom Fuhrbetrieb weist die Kritik zurück. Ein zufällig anwesender Tierarzt hätte das achtjährige Pferd bereits vor Ort untersucht und eine Schürfwunde festgestellt. Er habe die Weiterfahrt erlaubt. Nach Beendigung der Tour sei das Tier zurück auf den Hof gebracht worden. Dort habe man zusätzlich den Haustierarzt verständigt. „Auch ein Tierarzt vom Veterinäramt war da, der wurde von den Tierschützern alarmiert“, sagt Sengebusch. Auch dieser habe das Pferd untersucht. Nun wird es eine Woche auf der Weide verbringen, bevor es wieder eingesetzt werde. Die Stelle, an der es gestürzt sei, sei für die Tiere schwer zu gehen, gibt Sengebusch zu. Eigentlich hätten die Kutscher Anweisung die Pferde dort traben zu lassen, damit sie konzentrierter seien. Dies sei  nicht erfolgt, der Kutscher sei ermahnt worden. Bereits im Sommer stand das Unternehmen in der Kritik, weil die Pferde nicht ausreichend vor der Sommerhitze geschützt wurden. Seitdem kontrolliert das Veterinäramt den Betrieb regelmäßig (PNN berichteten). 

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