Daniel Frahn. Foto: Sebastian Gabsch
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SV Babelsberg 03 Frahn: In der Vergangenheit viel zu naiv gewesen

Am Donnerstagabend stellte sich der umstrittene Stürmer Daniel Frahn Fans und Mitgliedern des Vereins. Er distanzierte sich von seinen Verbindungen zur Neonazi-Szene und stellte Spenden für einen guten Zweck in Aussicht.

Potsdam - Rund 300 Fans und Mitglieder des SV Babelsberg 03 sind am Donnerstagabend der Einladung von Stürmer Daniel Frahn und dem Fußball-Regionalligisten zu einer Fragerunde gefolgt. Im VIP-Raum des Karl-Liebknecht-Stadions war die Stimmung entspannt. Hintergrund der Fragerunde war die umstrittene Verpflichtung Frahns, dem Nähe zu rechtsradikalen Hooligans vorgeworfen wird. Die Presse war zu der Fragerunde wie berichtet von der eigentlich öffentlichen Veranstaltung wieder ausgeladen worden.

Daniel Frahn, gemeinsam mit Vereinspräsident Archibald Horlitz (r.) und Stadionsprecher Thomas Hintze (M.). Foto: Privat Vergrößern
Daniel Frahn, gemeinsam mit Vereinspräsident Archibald Horlitz (r.) und Stadionsprecher Thomas Hintze (M.). © Privat

Laut Angaben von Fans sei Frahn zu Anfang der Veranstaltung extrem nervös gewesen. Er stellte sich den Fans und Mitgliedern am Donnerstagabend gemeinsam mit SVB-Präsident Archibald Horlitz und Stadionsprecher Thomas Hintze. In einer von ihm verlesenen Erklärung stellte Frahn klar, dass er sich für die vom SVB vertretenen Werte einsetze. Auf Nachfragen der Fans bekräftigte er dies auch wiederholt. 

Woher das umstrittene T-Shirt kam, weiß er nicht

Im Hinblick auf die ihm vorgeworfenen Kontakte zu Neonazis betonte er, dass er in der Vergangenheit viel zu naiv gewesen sei, hieß es von dem Stürmer. Als damaliger Spieler des Chemnitzer FC hatte er im März 2019 bei einem Spiel, als im Stadion des verstorbenen Neonazis Thomas Haller gedacht wurde, ein T-Shirt mit der Aufschrift "Support your local Hools" in die Höhe gehalten. Haller gründete in den 1990er-Jahren die Gruppe "Hooligans Nazis Rassisten", kurz "HooNaRa". Laut Frahn habe er das T-Shirt von einem unbekannten Fan erhalten, sich nicht um den Aufdruck gekümmert. 

Auch Frahns Besuch bei einem Auswärtsspiel in Halle im August 2019 kommt zur Sprache. Frahn war wegen einer Verletzung als Zuschauer dort, allerdings fuhr er gemeinsam mit einem mutmaßlichen Neonazi aus Chemnitz zum Stadion. Frahn distanzierte sich am Donnerstagabend von seiner Begleitung. Mit ihm habe er fünf- oder sechsmal Playstation gespielt. "Mehr nicht." Kennengelernt habe man sich bei einer Aufstiegsfeier in der Kabine des CFC. 

Frahn erklärte außerdem, er wolle die Hälfte seiner kommenden Punktprämien für einen guten Zweck spenden. An wen sei derzeit noch nicht entschieden.

Horlitz wird unprofessionelle Öffentlichkeitsarbeit vorgeworfen

Frahn erhielt für seine Erklärungen viel Applaus und entspannte sich im Laufe der Veranstaltung zunehmend. Dennoch ist das Fan-Lager des SVB über die Verpflichtung des Stürmers zerstritten. Mehrere Fangruppierungen hatten dem Verein in der vergangenen Woche vorgeworfen, die Vereinsidentität zu missachten. SVB-Präsident Archibald Horlitz warfen sie eine absurde Kommunikationsstrategie vor. Auch am Donnerstagabend wurde Horlitz erneut unprofessionelle Öffentlichkeitsarbeit vorgeworfen.

Wie berichtet hatte der Potsdamer Fußballregionalligist den umstrittenen Spieler im Januar bis zum Ende der Saison verpflichtet. Babelsberg 03 steckt tief im Kampf gegen den Abstieg. In seinen bisherigen zwei Einsätzen konnte Frahn dem SVB noch nicht maßgeblich weiterhelfen. Beim 1:0-Heimsieg gegen Chemie Leipzig, als es aus dem Leipziger Gästeblock massiv lautstarke Kritik an Frahn und der SVB-Vereinsführung gab, wurde er für die letzte Viertelstunde eingewechselt. Vorigen Sonntag stand der 32-Jährige dann erstmalig in der Startformation – der SVB verlor 0:1 bei Viktoria Berlin und Frahn vergab zwei gute Torchancen.

Frahns ehemaliger Club, der Drittligist Chemnitzer FC, trennte sich wegen „massiv vereinsschädigenden Verhaltens“ vom gebürtigen Potsdamer. Das Arbeitsgericht Chemnitz hatte die fristlose Kündigung allerdings für unwirksam erklärt. Nach der Verhandlung vor dem Arbeitsgericht wurde der Vertrag zwischen dem CFC und Frahn aufgelöst, daraufhin wechselte der Stürmer zum SVB. 

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