Der Seesportclub am Babelsberger Park. Foto: Andreas Klaer
© Andreas Klaer

Strandbad Babelsberg Seesportclub ab Januar ohne Domizil?

Der Kompromiss zur Zukunft von Strandbad Babelsberg und Seesportclub steht. Aber es bleiben noch Fragen.

Potsdam - Während die Verhandlungen zur Zukunft des Strandbads und des Seesportclubs in Babelsberg kurz vor ihrem Abschluss stehen, ist weiterhin unklar, wie der Übergang für die Sportler geregelt wird. Nach derzeitigem Stand soll der Seesportclub sein Gebäude im Park Babelsberg bis 31. Dezember räumen. „Noch zu klären ist die Zwischenlösung für den Verein und das Strandbad während der dreijährigen Bauzeit“, sagte Harald Kümmel, der Chefunterhändler des Rathauses bei den Verhandlungen zwischen Schlösserstiftung und Energie und Wasser Potsdam (EWP), am Dienstagabend im Bildungsausschuss. „Wir prüfen derzeit unterschiedliche Lösungen per Container vor Ort, in dem der Verein unterkommen könnte“, so Kümmel – konkreter wurde er aber noch nicht.

Drei Jahre Übergangszeit sind für die Sportler inakzeptabel

Für den Verein ist das inakzeptabel. Mit dem Kompromiss, dem zufolge das Vereinshaus durch den Neubau um zwei Drittel schrumpfen soll, „können wir leben“, sagte eine Vertreterin des Vereins im Bildungsausschuss. „Aber wir brauchen keinen Neubau mehr, wenn wir mehr als drei Jahre in der Luft hängen“, machte sie deutlich.

Kümmel stellte den Mitgliedern des Bildungsausschusses die Ergebnisse der monatelangen Verhandlungen sowie den weiteren Zeitplan vor. In den Grundzügen waren diese bereits im Frühjahr präsentiert worden, doch einige Punkte wurden seither konkretisiert. Der Prozess, über den schon seit Ende 2017 diskutiert wird, hatte sich immer wieder verzögert. Ursprünglich sollte er vor einem Jahr bereits abgeschlossen sein, nun geht die Verwaltung von einer Beschlussvorlage für die Stadtverordneten im März 2020 aus.

Zwei eiförmige Neubauten sollen näher an die Humboldtbrücke

Die EWP, Tochter der kommunalen Stadtwerke und Betreiberin des Strandbads, und die Schlösserstiftung tauschen Teile ihrer Grundstücke. Die Schlösserstiftung möchte auf Teilen des bisherigen Badgrundstücks einen historischen Rundweg wieder erschaffen und plant zudem einen neuen Parkeingang am sogenannten Havelhaus. Das Gelände des Strandbades wird durch den Tausch deutlich kleiner: Es schrumpft um rund 4000 Quadratmeter. „Der eigentliche Strand wird aber erhalten“, stellte Kümmel klar.

Dafür rücke jedoch der Bereich für Technik und ein neues Funktionsgebäude näher an die Humboldtbrücke heran. Die Pläne, die Kümmel präsentierte, zeigen zwei eiförmige Gebäude mit einem beide überspannenden Dach. 1000 Quadratmeter werden überbaut – statt derzeit rund 3000 Quadratmeter. In dem Ensemble sollen die Umkleiden, Duschen und Toiletten des Strandbads unterkommen – auch genutzt von den Sportlern der Nowawiese – sowie der Seesportklub.

Stadtverordnete drängen auf Zwischenlösung für die Sportler

Der neue Eingang für das Strandbad soll zwischen den beiden Gebäudeteilen errichtet werden. Auch neue Fahrradständer sind geplant. Wie Kümmel erläuterte, soll das Bestandsgebäude der Schlösserstiftung bis Ende 2020 abgerissen werden. Der Neubau soll dann im April 2023 fertig sein. Das bestehende Funktionsgebäude des Strandbads soll bis dahin weiter genutzt werden, bevor es ebenfalls abgerissen wird.

Mehrere Ausschussmitglieder kritisierten, dass für den Verein so kurz vor der geforderten Räumung noch immer unklar ist, wie der Übergang geregelt wird. „Ich sehe keine Veranlassung dafür, den Verein von der Fläche zu holen, bevor abgerissen wird“, sagte Stadtverordneter Daniel Keller (SPD). „Der Verein benötigt ausreichend Zeit, um eine Zwischenlösung zu planen und realisieren zu können“, teilte er im Nachgang mit. Er fordere die Stadtspitze auf, darauf zu dringen, dass erst eine Zwischenlösung gefunden werde. Auf die Kritik des Vereins und auch mehrerer Ausschussmitglieder entgegnete die Bildungsbeigeordnete Noosha Aubel (parteilos), es sei seitens der Stadt geplant darauf hinzuwirken, dass man mit der Räumung an das Abrissdatum heranrücke. „Wir wollen den entsprechenden Druck auf die Stiftung ausüben“, so Aubel.

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