Das Feld der Agro Uetz-Bornim GmbH mit besonders hoher Bodenqualität.  Foto: Andreas Klaer
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Solidarität mit Bürgerinitiative im Potsdamer Norden Widerstand gegen Raststätte "Havelseen" wächst

Immer mehr Stimmen erheben sich gegen die geplante Autobahnraststätte in Potsdams Norden. Auch eine Online-Petition haben die Gegner gestartet.

Potsdam - Der Widerstand gegen die im Norden Potsdams geplante Autobahnraststätte "Havelseen" wächst. Sowohl die Linken als auch die Grünen haben nun Anträge und Erklärungen gegen das Vorhaben gestellt und versendet, zugleich erfährt eine Online-Petition immer mehr Unterstützung.

Antrag der Linken

Die Linke-Stadtverordnete Tina Lange stellte am Mittwoch einen Antrag für die nächste Stadtverordnetenversammlung Anfang Dezember. Demnach soll das Rathaus den Landesbetrieb Straßenwesen auffordern, "seinen kürzlich gestellten Antrag auf Einleitung eines Planfeststellungsverfahrens" zurückzunehmen und das laufende Planverfahren solange auszusetzen, bis vor allem den Anwohnern "Gelegenheit zum Dialog gegeben wurde". 

So müsse hinreichend erklärt werden, warum dieser Alternativstandort erforderlich sei. Es gebe dagegen große Bedenken, zum Beispiel die Zerschneidung des Naturraums zwischen zwei Schutzgebieten und die "extreme Flächenversiegelung auf einem qualitativ besonders guten Ackerboden".

Erklärung der Grünen

Die Potsdamer Grünen solidarisieren sich indes mit der Bürgerinitiative gegen die Raststätte. Das habe der Kreisvorstand einstimmig beschlossen, teilte die Partei mit. Kreisvorsitzender Ken Gericke erklärte: "Die Nutzung des aktuell geplanten Standorts würde die Beseitigung von besonders fruchtbaren Boden, Obstwiesen, Brutgebieten und eines wichtigen Naherholungsgebiets für die umliegenden Gemeinden bedeuten." 

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Als Alternativen nannte er den gegenüberliegenden Friedrichspark oder den Magna-Park in Werder (Havel). Grünen-Fraktionschefin Saskia Hüneke sagte, man habe für den städtischen Umweltausschuss am Donnerstag zahlreiche Fragen zu dem Projekt eingereicht. Dem besagten Antrag der Linken habe man sich angeschlossen, hieß es weiter.

Online-Petition mit mehr als 800 Unterstützern

Zugleich haben Gegner des Vorhabens eine Online-Petition unter dem Motto "Lieber Naturerhalt statt Asphalt" gestartet, die bisher schon mehr als 850 Unterstützer unterschrieben haben. "Solche Raststätten gehören, wenn sie wirklich gebraucht werden, auf bereits versiegelte Flächen. Unser Naturraum im Potsdamer Norden soll davon frei bleiben!", heißt es in der Petition. 

Wie berichtet hatte der Landesbetrieb Straßenwesen das Planfeststellungsverfahren für die geplante neue Raststätte mit 103 Stellplätzen für Lkw, zehn für Busse, acht für Caravans und 183 für Autos eingeleitet. Geplanter Baubeginn ist 2024. Auch Klagen der Gegner sind bereits angekündigt.

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