Potsdam gilt als eins der erfolgreichsten Schwimm-Nachwuchszentren bundesweit - noch. Foto: A. Klaer
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Sieben Bundesstützpunkte anerkannt Sicherheit für Potsdams Hochleistungssport

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Sieben Bundesstützpunkte in Potsdam sind bis 2020 und 2024 vom Bund anerkannt worden. Enttäuscht ist man aber bei den Wasserballern vom OSC Potsdam.

Potsdam - Die von der Streichung bedrohten drei Potsdamer Bundesstützpunkte sind nun offiziell anerkannt worden. Für die Potsdamer Wasserballer indes wird es künftig keine Bundesförderung mehr geben.

Das geht aus einem Schreiben des für Sport zuständigen Bundesinnenministeriums unter Horst Seehofer (CSU) hervor. Demnach können die Beckenschwimmer, Triathleten und Geräteturner noch bis 2020 auf Leistungssportförderung setzen. Bis 2024 soll es demnach Förderung geben für die Potsdamer Kanuten, die Leichtathleten, die Athleten des Modernen Fünfkampf und für die Ruderer.

Brandenburgs Sportministerin begrüßt Planungssicherheit

„Für alle Brandenburger Spitzensportlerinnen und Spitzensportler besteht nun Planungssicherheit für ihre Olympiavorbereitung für Tokio 2020“, kommentierte Brandenburgs Sportministerin Britta Ernst (SPD) die Entscheidung aus dem Bund. Im Land wurden insgesamt 13 sogenannte Bundesstützpunkte anerkannt, neben Potsdam befinden sich die Stätten der Spitzensportler im Land in Frankfurt (Oder) und Cottbus.

An den Bundesstützpunkten sollen Leistungssportler beste Trainingsbedingungen vorfinden, die Trainer werden vom Bund finanziert. Seit 2015 hat der Bund damit begonnen, die Leistungssportförderung zu reformieren. Damit begann ein heftiges Tauziehen um bundesweit 21 Bundesstützpunkte, für deren weitere Förderung das Bundesinnenministerium „kein erhebliches Bundesinteresse“ mehr sah. Das Bundesinnenministerium hatte es intern damit begründet, dass an diesen 21 Standorten in den betroffenen Disziplinen zu wenige Olympia- und Perspektivkader trainieren würden. Auf der Spar-Liste waren auch Standorte in Potsdam.

Zwei Bundesstützpunkte waren nicht mehr beantragt worden

„Die Anerkennung der Bundesstützpunkte in Brandenburg ist ein gemeinsamer Erfolg der Landesregierung, des Olympiastützpunkts Brandenburg und des Landessportbunds“, so Ministerpräsident Dietmar Woidke (SPD) am Freitag in einer Pressemitteilung. „Brandenburg ist und bleibt ein Sportland.“

Zwei Bundesstützpunkte im Land wurden von den zuständigen Bundessportfachverbänden nicht mehr beantragt: Ringen in Luckenwalde und Wasserball in Potsdam. Dafür kommen BMX Race in Cottbus und Radsport in Cottbus/Frankfurt (Oder) neu hinzu.

Bundesstützpunkte werden auf Antrag eines Bundessportfachverbandes nach positivem Votum des Deutschen Olympischen Sportbundes und der Zustimmung des betreffenden Landes durch das Innenministerium anerkannt – sofern ein „erhebliches Bundesinteresse“ besteht.

Besonders Potsdams Wasserballer sind enttäuscht

Besonders bei den Potsdamer Wasserballern ist man enttäuscht. Denn Potsdam hatte für die Wasserballer bis dato die Anerkennung als Bundesnachwuchsstützpunkt. Statt Potsdam standen jetzt Hannover, Duisburg und Berlin auf der Liste. „Das hat uns völlig überrascht, da die Signale, die wir im Vorfeld bekommen haben, ganz anders waren“, kommentierte André Laube im Vorfeld der Entscheidung die Absage aus dem Bund. Laube ist Potsdams leitender Stützpunkttrainer der Wasserballer.

Bisher waren 14 Bundesstützpunkte in Brandenburg betrieben worden

Und das, obwohl das hiesige Konzept bisher ein Erfolgsmodell ist. Der OSC Potsdam zählt – unter anderem dank des Sportschule-Leistungssport-Verbundes – im Nachwuchsbereich zu den absolut besten Vereinen in Deutschland und hat sich mittlerweile auch bei den Männern an die Spitzenclubs herangeschoben. Immerzu bringt der OSC Junioren-Nationalspieler hervor, zuletzt schafften es sogar fünf Aktive in die deutsche Herren-Auswahl. Doch es hat offensichtlich die Zuständigen im Bund nicht überzeugt.

Bisher wurden in der Mark offiziell 14 Bundesstützpunkte betrieben, wobei konzeptionell eine Unterscheidung in Elite- und Nachwuchszentren erfolgte. Diese Differenzierung fällt fortan weg.

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