Stadtkanal Potsdam: DasTeilstück an der ehemaligen Kellertorbrücke. Foto: Andreas Klaer
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Schätzung des Wiederaufbauvereins Stadtkanal könnte günstiger werden als gedacht

Die Wiederherstellung des Stadtkanals in Potsdam ist wieder im Gespräch. Der Wiederaufbauverein schätzt, dass die Kosten geringer sind, als angenommen - und eine Rattenplage sei auch nicht zu erwarten.

Potsdam - Aktivisten für einen wiederhergestellten Stadtkanal durch Potsdams Innenstadt gehen von deutlich geringeren Kosten aus, als bisher angenommen. Die Summe für den Kanal liege aus seiner Sicht bei 35 bis 38 Millionen Euro, sagte Willo Göpel vom Bauverein Potsdamer Stadtkanal von 1722 den PNN auf Anfrage. Er hoffe zur Finanzierung auf Fördermittel, auch der EU. „Und wenn es wirklich los geht, dann gibt es auch Spenden.“ Wenn man jahresweise 3,8 Millionen Euro investieren könnte, wäre das Projekt nach zehn Jahren fertig, rechnete Göpel vor.

Der Fischmarkt am Stadtkanal um 1935. Foto: Hans Weber/Potsdam Museum Vergrößern
Der Fischmarkt am Stadtkanal um 1935. © Hans Weber/Potsdam Museum

Frühere Studien und Schätzungen für den Kanalbau waren von bis zu 65 Millionen Euro ausgegangen. Doch ein Drittel dieser Kosten würden für neue Straßen, Bürgersteige oder Straßenbeleuchtung fällig, sagte Göpel – das ist „nicht stadtkanalbedingt“. Auch die veranschlagten 20 Millionen Euro für Brücken über den Kanal werde man so nicht komplett benötigen. „Die Tram muss nur an der Friedrich-Ebert-Straße über den Kanal – deshalb wird sich auch dieser Betrag reduzieren lassen.“ Man wolle die Straßenbahn ansonsten nicht verlegen. „Sie läuft doch gut“, so Göpel. Viele Bedenken wie die Geruchsentwicklung oder angebliche Rattenplagen würden sich schon jetzt am wiederaufgebauten Teil des Stadtkanals am Kellertor widerlegen lassen.

Wiederaufbau eines "Sehnsuchtorts"

Wie berichtet hatte Potsdams neuer Oberbürgermeister Mike Schubert (SPD) den Stadtkanal gerade als ein wichtiges Projekt für seine Amtszeit definiert – bei dem sich die Potsdamer einbringen sollen. Die in den 1970er-Jahren zugeschüttete historische Wasserstraße könne ein „Sehnsuchtsort“ werden, so Schubert. Der Stadtkanal verlief seinerzeit auf einer Länge von rund 1,8 Kilometern von der Oberen Planitz bis zum Tiefen See – bisher sind erst zwei Teilabschnitte davon wieder ausgehoben worden

Ein vollständig hergestellter Kanal könnte laut Schubert die Straße Am Kanal deutlich aufwerten und auch generell für mehr Grün in Zeiten des Klimawandels sorgen. Dafür müssten Parkplätze in Tiefgaragen verlagert werden, so Schubert.

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