Mauerblick. Fotos wie das dieses Grenzsoldaten von 1990 sucht die Awo. Foto: J. Frederiksen
© J. Frederiksen

Revolution im Bild Fotos von der Wende 1989 gesucht

Wer kann helfen? Das Awo Kulturhaus sucht historische Fotos – und die Evangelische Kirche erinnert an die Wendezeit.

Potsdam - Jahrestage können ein Anlass sein, einmal alte Fotoalben hervorzukramen oder Kisten vom Dachboden zu holen. Für eine Ausstellung 30 Jahre nach der friedlichen Revolution ruft das Awo Kulturhaus in Babelsberg nun Bürger dazu auf, private Bilder aus der Zeit rund um die Wende einzuschicken. Gesucht werden Aufnahmen, die im gesamten Land Brandenburg sowie im damaligen Ost- und Westberlin entstanden sind. „Der Blick in beide Richtungen, in den Ostteil oder in den Westteil ist hier gefragt“, heißt es in dem Aufruf. Ob Fotos der Mauer oder Grenzanlagen, Absperrungen oder Bahnhöfe, Porträts oder Demonstrationen, alle Bilder, die thematisch mit der friedlichen Revolution zusammenhängen, können eingereicht werden.

Die besten Fotos werden für eine Sonderausstellung ausgewählt. Die Einsender werden namentlich genannt und die Bilder auch im Ausstellungskatalog abgedruckt. Erstmals präsentiert werden die Aufnahmen am 7. November bei einer Abendveranstaltung über die Wende.

Digitale Fotos können Interessenten bis 30. September unter dem Stichwort Bürgerbeteiligung „30 Jahre friedliche Revolution“ per Mail an [email protected] schicken. Analoge Bilder, Negative oder Dias können nach Voranmeldung unter Tel.: (0331) 7049262 im Kulturhaus abgegeben werden. Alternativ ist das auch per Post an Awo Kulturhaus Babelsberg, Karl-Liebknecht-Straße 135, 14482 Potsdam möglich. Empfohlen wird eine möglichst gute Auflösung. Zudem sollten jeweils Name, Adresse und Telefonnummer des Absenders sowie möglichst Name des Fotografen, Jahr und Ort der Aufnahme genannt werden.

Wichtiger Ort für friedliche Revolution in Potsdam

In und vor der Friedrichskirche in Babelsberg hatten sich bei einer Vorstellung des Neuen Forums am 4. Oktober 1989 rund 3000 Menschen versammelt, in der Wendezeit fanden dort viele Treffen statt. Hier organisiert die Evangelische Kirchengemeinde nun mehrere Veranstaltungen. Ein generationsübergreifender Diskussionsabend mit musikalischer Umrahmung findet am Samstag ab 19 Uhr in der Friedrichskirche statt. Es soll darum gehen, was geblieben ist aus dieser Zeit, was man von damals lernen kann. Gesprochen werden soll auch darüber, wofür die Menschen heute noch auf die Straße gehen würden. Der Arzt und Liedermacher Karl-Heinz Bomberg, der wegen seiner kritischen Lieder in den 1980er Jahren in politischer Haft saß, eröffnet den Abend. Dazu spielt die Musik- und Theaterpädagogin Erika Josephine Kunz Klavier. Neben Bomberg diskutieren Annette Flade, Hans-Georg Baaske, beide frühere Pfarrer, und Jugendliche aus Babelsberg. Der Eintritt ist frei.

Beim Gottesdienst am Sonntag um 10 Uhr soll ebenfalls an die Wende erinnert werden. Anschließend findet auf dem Weberplatz ein Gemeindefest statt. Mitmachangebote richten sich dabei besonders an Familien mit Kindern und Jugendlichen. Um 14 Uhr gibt die Band Patchwork in der Friedrichskirche ein Konzert. Die Truppe aus Potsdam-Mittelmark mit neun Musikern spielt unterschiedliche Stilrichtungen. Laut Einladung hat sie „geistreiche, witzige aber auch nachdenkliche Texte“ auf Deutsch. Der Eintritt ist frei, Spenden sind willkommen.


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