Die Biosphäre soll für rund 20 Millionen Euro umgebaut werden. Foto: Ottmar Winter PNN
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Rathaus kündigt Antrag auf Bundesförderung an Lob und Tadel für Beschluss zur Biosphäre

Das Stadtparlament hat sich für den Umbau der Tropenhalle entschieden. Die Debatten enden aber nicht. Die Grünen bemängeln verbindliche Vorgaben zum Klimaschutz.

Potsdam - Nach der Entscheidung zum Umbau der Biosphäre im Bornstedter Feld zu einer überregional ausstrahlenden Bildungsstätte rund um das Thema Klimawandel hören die Debatten nicht auf. Es sei bedauerlich, dass sich die Mehrheit der Stadtverordnetenversammlung gegen verbindliche Vorgaben zum Klimaschutz für das Konzept Biosphäre 2.0 entschieden habe, teilte die Grünen-Fraktion am Donnerstag mit – auch als Spitze gegen ihre Partner in der rot-grün-roten Rathauskooperation.

Grünen-Fraktionschefin Saskia Hüneke erklärte, es werde nun auch „auf jede konkrete Festlegung zu Fördermittelquoten verzichtet, sodass die Landeshauptstadt im ungünstigsten Fall auf den vollen Kosten sitzen bleibt“. Das Rathaus wiederum teilte mit, für den mehr als 20 Millionen Euro teuren Umbau solle das Programm „Bundesförderung für effiziente Gebäude“ (BEG) in Anspruch genommen werden. 

Grünen-Fraktionschefin Saskia Hüneke. Foto: Andreas Klaer Vergrößern
Grünen-Fraktionschefin Saskia Hüneke. © Andreas Klaer

SPD: Bürgerbeteiligung darf nicht zu kurz kommen

Beschlossen wurde auf SPD-Antrag auch, dass eine signifikante Absenkung des Zuschusses der Landeshauptstadt durch die Einwerbung von Fördermitteln „angestrebt werden soll“. Bisher kostet die 2001 zur Bundesgartenschau errichtete Tropenhalle das Rathaus rund 1,6 Millionen Euro pro Jahr.

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Die SPD-Fraktion lobte wiederum in einer Mitteilung die inhaltliche Dimension der Grundsatzentscheidung. „Nicht nur der Stadtteil, sondern ganz Potsdam wird von dem Dreiklang aus Bildungsstätte, Tourismusmagnet und attraktivem Treffpunkt profitieren“, erklärte SPD-Fraktionschefin Sarah Zalfen. 

Zugleich kündigte man an, auch im weiteren Prozess dürfe die Bürgerbeteiligung nicht zu kurz kommen. Auch die Fraktion Die Andere, die mit ihren Stimmen auch die Mehrheit für die Biosphäre 2.0 möglich gemacht hatte, zeigte sich via Twitter erleichtert: „Wir freuen uns über die neue Perspektive und werden darauf achten, dass dort etwas Vernünftiges entsteht.“ 

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