So viele Demonstranten wie noch nie. Bei der "Fridays for future"-Demonstration in Potsdam kamen weit mehr als 1000 Teilnehmer. Foto: Andreas Klaer
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Protest in Potsdam Weit über tausend Demonstranten bei "Fridays for Future"

So viele Teilnehmer wie noch nie: Potsdamer Schüler demonstrieren am Freitagmittag für mehr Umweltschutz. Sie bildeten eine Menschenkette um den Landtag und zogen dann über die Lange Brücke in Richtung Staatskanzlei.

Potsdam - In Potsdam gehen wieder hunderte Schüler auf die Straße. Zum vierten Mal demonstrieren sie für mehr Klimaschutz. Treffpunkt war um 5 vor 12 Uhr am Landtag. Schnell füllte sich der Platz. Die Veranstalter sprachen zunächst von rund 500 Teilnehmern, korrigierten diese Angabe später auf rund 1900 Demonstranten nach oben.

Anschließend bildeten die Schüler eine Menschenkette um den Landtag.

Schließlich ging es über die Lange Brücke zur Staatskanzlei und zum Bildungsministerium. Die Lange Brücke wurde für die Demonstration kurzzeitig für den Verkehr gesperrt. Busse und Straßenbahnen waren von der Sperrung jedoch nicht betroffen.

Zeitweise musste die Brücke für den Verkehr gesperrt werden. Foto: Andreas Klaer Vergrößern
Zeitweise musste die Brücke für den Verkehr gesperrt werden. © Andreas Klaer

Um kurz nach 14.30 Uhr machte sich der Demonstrationszug - mit deutlich weniger Teilnehmern - wieder auf den Rückweg. Wieder über die Lange Brücke. Der Auto-, aber auch der öffentliche Nahverkehr wurden zeitweise ausgebremst.

Bei der letzten Demonstration waren es rund 500 junge Menschen, die ihren Unmut über die die aktuelle Klimapolitik Luft machten. Und sie sind nicht allein. Namhafte Wissenschaftler unterstützen das Engagement der Schüler und auch Brandenburgs Ministerpräsident Dietmar Woidke fand lobende Worte: "Ich finde das richtig gut, dass sich junge Menschen mit Zukunftsfragen unseres Planeten, mit Zukunftsfragen unseres Landes auseinandersetzen", sagte Woidke. Zuspruch kam auch von anderen Politikern. Die Landtagsabgeordnete Ursula Nonnemacher (Grüne) hatte vor der Demonstration eine Delegation der Schüler empfangen. Man habe eine Stunde lang „intensiv und gut miteinander diskutiert“. Das war „ganz, ganz großartig“, so Nonnemacher gegenüber den PNN. Vor Ort zeigte sich die Politikerin dann begeistert: „Hier sind ja schon ganze Kitagruppen mit dabei“. Die Demonstrationen würden dem Klimaschutz natürlich einen unglaublichen Schub“, wenn die Schüler weltweit auf die Straße gehen würden.

Brandenburgs Linke lobte den Einsatz der Schüler: "Die Zukunft steht heute hier auf diesem Platz, danke dafür", twitterte die Partei. Linke-Fraktionschef Ralf Christoffers mischte sich ebenso unter die Demonstranten wie Potsdams Linke-Politikerin Martina Trauth (Linke). Sie lobte die Demonstration: "Großartig wie viele junge Menschen hier sind", twitterte sie. Auch Lutz Boede von der Potsdamer Wählergruppe Die Andere zeigte sich bei der Demonstration.

Wirtschaftsminister lädt zum Meinungsaustausch - nach der Schule

Brandenburgs Wirtschaftsminister Jörg Steinbach zeigte sich verständnisvoll für die jungen Demonstranten: „Inhaltlich kann ich die Sorgen der Schülerinnen und Schüler nachvollziehen. Dass sie von uns ein Verhalten reklamieren, das ihnen eine sichere Lebensperspektive auf unserem blauen Planeten erwarten lässt, ist völlig richtig und in Ordnung. Ihre Forderungen und Argumente sind bisher allerdings etwas einseitig“, so Steinbach gegenüber den PNN.
Er betonte aber auch, dass Schülerinnen und Schüler zwar ein Demonstrationsrecht haben, sie jedoch gleichzeitig auch einer Schulpflicht nachkommen müssen. „Das berechtigte Anliegen mit dem Fernbleiben vom Unterricht einhergehen zu lassen, halte ich deshalb für falsch. Bisher bin ich ihnen nur in der Kommissionssitzung begegnet und da war wenig Zeit zum persönlichen Austausch“. Er bot den Schülerinnen und Schülern einen Meinungsaustausch mit ihm an - „aber: bitte nachmittags, wenn dadurch keine Schule ausfällt“, betonte der Minister.

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