Die Biosphäre in Potsdam. Foto: Andreas Klaer
© Andreas Klaer

Probleme bei der Potsdamer Biosphäre Neues Konzept dauert deutlich länger

Eigentlich wollte das Rathaus noch im Winter das neue Konzept für die Biosphäre vorstellen. Doch nun dauert es wegen Problemen bei der Auftragsvergabe wohl bis November.

Potsdam - Die geplante Neukonzeption der defizitären Tropenhalle Biosphäre in Potsdam verschiebt sich auf Ende des Jahres. Das wird aus einer aktuellen Stellungnahme der Bauverwaltung deutlich, die den PNN vorliegt. Demnach soll nun die in Köln und Potsdam ansässige "ift Freizeit- und Tourismusberatung GmbH" die Machbarkeits- und Plausibilitätsprüfung für das geplante Modell übernehmen – wie berichtet will die Stadtpolitik die sanierungsbedürftige Halle für 17 Millionen Euro zu einem Freizeit- und Wissenschafts-Center umbauen, samt Wellnesszentrum und Tagungshotel. Dazu hatte es im April 2019 einen Beschluss gegeben.

Kein Interessent bei Vergabeverfahren

Eigentlich hatte das Konzept dafür schon diesen Monat vorliegen sollen. Doch das klappt nicht. Laut der Vorlage habe der kommunale Entwicklungsträger für das Bornstedter Feld die Ausschreibung zur Suche nach einem Konzeptplaner erst Ende September 2019 veröffentlicht, also ein halbes Jahr nach Beschluss. Es seien noch vergaberechtliche Aspekte zu prüfen gewesen, heißt es in der Stellungnahme. Für weiteren Verzug sorgte dann, dass sich bis Fristende der Ausschreibung kein Interessent meldete. Daher habe man potentielle Partner wie die besagte Firma ift direkt angesprochen und eben nun beauftragt, so die Verwaltung. Auf Basis dieser Stufe 1 soll dann, wenn die Stadtverordneten wieder zustimmen, ein Bewirtschaftungs- und Gesamtfinanzierungskonzept beauftragt werden, heißt es in der Mitteilung. Wann dieses finale Konzept dann fertig sein könnte, bleibt offen.

Die Firma ift, die seit mehr als 30 Jahren tätig ist, hält das Rathaus für qualifiziert, unter anderem entwarf die Firma das Klimahaus Bremerhaven. Auch für die Stadt war die ift zwischen 2008 und 2010 beratend tätig, nachdem der frühere private Betreiber der Biosphäre 2007 in die Pleite geschlittert war. Nun soll die ift auch eine neu konzipierte Gastronomie planen, die sich in das zuletzt schnell gewachsene Bornstedter Feld integriert. Auch die Vor- und Teile möglicher Betreibermodelle sollen demnach beleuchtet werden.

Die lange Geschichte einer Suche

Die neuerliche Verschiebung reiht sich ein in die zahlreichen, letztlich stets erfolglosen Anläufe gegeben, die Halle zu privatisieren oder anderweitig zu nutzen, etwa als Schule oder Krokodilfarm. Anfang des Jahres hatte die Stadt von mehr als 17 Millionen Euro Kosten gesprochen, die seit 2008 aus dem kommunalen Haushalt an die inzwischen in die Jahre gekommene Tropenhalle gegangen sind. Allein in den vergangenen beiden Jahren waren 1,9 Millionen Euro fällig geworden, die der kommunale Betreiber – eine Tochter der Bauholding Pro Potsdam – erhalten musste. Ebenso in den Kosten enthalten sind bisher rund 1,1 Millionen Euro für Planungskosten und Gutachter, um für die Halle eine neue Nutzung zu finden – hier kommen nun noch einmal 70 000 Euro für die ift dazu. Der Bund der Steuerzahler hat die Biosphäre schon mehrfach als Beispiel für Geldverschwendung gebrandmarkt, einen Abriss hatten die Stadtverordneten aber stets abgelehnt.

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