Überblick. Die Gebäude- und Standortplanung für den Neubau der Weißen Flotte Potsdam ist umstritten. Foto: Andreas Klaer
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Potsdames Lustgarten Flottenneubau: Unterstützung für Gegner

Neue Runde im Streit um den Neubau der Weissen Flotte am Rande der historischen Mitte Potsdams. Nun melden sich wieder Deutschlands Gartenkünstler- mit vielen Fragen an den Baubeigeordneten Klipp.

Potsdam – Während Potsdams Weisse Flotte am Sonntag den Saisonstart feierte, bringen sich die Gegner ihrer Neubaupläne in Position. Die im März gegründete Protestbewegung „Rettet den Lustgarten“ kündigte für Montag, den 29. April, eine Infoveranstaltung um 20 Uhr im Saal des Hotel Mercure an. Dort wollen die Neubaugegner über die aktuelle Situation informieren und ihr Team vorstellen, teilte Lutz Schirmer von der Bürgerinitiative am Sonntag mit. Ziele der Initiative sind neben der Verhinderung des Flottenneubaus auch die Wiedergewinnung des Neptunbassins in seiner historischen Gestalt sowie die Aufklärung der Bürger über die Bedeutung des Lustgartens.

Unterstützung bekommen sie dabei nun auch von Klaus-Henning von Krosigk, dem Präsidenten der L-förmigen Neubau am Neptunbassin aus. Die Errichtung eines Büro- und Gastronomiebetriebes zugunsten der Weißen Flotte auf dem Gelände des Lustgartens sei absolut inakzeptabel. Alle Entscheidungen sollten noch mal auf den Prüfstand gestellt werden. Für den Betrieb der Flotte sei der geplante Bau nicht nötig, heißt es darin weiter. Dafür reiche auch ein wesentlich kleinerer Bau als der geplante aus. „Dass die Weisse Flotte darüber hinaus ihre Büroräume im Lustgarten haben will, empfinden wir ebenso als Zumutung wie ihren Wunsch, ein Restaurantgebäude für eine Firma dort zu bauen, die zwar zufälligerweise denselben Eigentümer hat, aber keine Voraussetzung für den Betrieb der Weissen Flotte ist“, so von Krosigk. Die Belange der Schifffahrt würden mit dem derzeitigen Hafengebäude erfüllt. Gastronomie werde auch im Hotel Mercure angeboten. Stattdessen fordert von Krosigk die Wiederherstellung des Neptunbeckens in seiner ursprünglichen Form. „Damit die Neptungruppe wieder symmetrisch im Becken steht und vor Übergriffen besser geschützt ist, ist die Wiederherstellung des Ufers im Norden und Osten zwingend erforderlich“, so von Krosigk. Im Norden fehle dem Becken etwa 10,5 Meter und im Osten etwa 5,50 Meter.

Ähnliches hatte bereits im März der Vorsitzende des Fördervereins für die Wiederherstellung des Neptunbassins, Rudolph Freiherr von Ketteler, gefordert. Die Baumaßnahme sei bereits durch Spenden finanziert. Er habe bei der Stadt eine Bauvoranfrage gestellt, um das Neptunbassin wieder auf sein historisches Maß erweitern zu können. Peter Kulka, Architekt des Landschlosses, hatte bereits bei der feierlichen Übergabe des fertigen Schloss-Kupferdachs massive Kritik an dem Bauvorhaben der Weissen Flotte geübt und von einer „Vermüllung des Lustgartens“ gesprochen. Die Lustgartenarchitekten Dietz-Joppien hatten für den Fall, dass der Flottenneubau am Rande des Neptunbassins entstehe, eine Klage wegen Verletzung des Urheberrechts einreichen. mar

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