Potsdam Villa Jacobs: Kompromiss in Sicht

Im Streit um den Zugang zum sogenannten Hippodrom an der Villa Jacobs zeichnet sich ein Kompromiss ab: Das Gelände soll zwölf Tage pro Jahr offen haben.

Potsdam - Im Streit um den Zugang zum sogenannten Hippodrom an der Villa Jacobs zeichnet sich ein Kompromiss ab. Diesen stellte Pete Heuer (SPD) am gestrigen Mittwoch im Hauptausschuss vor. Demnach soll die denkmalgeschützte Parkanlage nach dem originalgetreuen Wiederaufbau an zwölf Tagen im Jahr für die Öffentlichkeit zugänglich sein, statt nach dem bisherigen städtebaulichen Vertrag nur an acht Tagen. Beschlossen wurde das allerdings noch nicht, wegen Einzelheiten hat der Ausschuss die Entscheidung erneut vertagt.

Am Montag hatte sich der Besitzer der Villa Jacobs, Stefan Ludes, mit der SPD-Fraktion, unter anderem mit Heuer und Oberbürgermeister Jann Jakobs (SPD) getroffen. Heuer zeigte sich zufrieden mit dem Ergebnis: „Ich hatte große Bauchschmerzen bei dem bisherigen Stand, aber Hartnäckigkeit zahlt sich aus.“ Der Vorschlag sehe nun vor, dass die zwölf Tage auf Wochenenden gelegt und über das Jahr verteilt werden.

Der Punkt, der schließlich zur Vertagung der Vorlage auf die nächste Hauptausschusssitzung führte, war die Frage nach möglichem Vandalismus. Bisher sieht der Vertrag vor, dass im Fall von Vandalismus in der Parkanlage an einem der für die Öffentlichkeit zugänglichen Tage der Vertrag aufgehoben werden kann und die restlichen öffentlichen Tage damit hinfällig wären. „Wir sind uns klar, dass der Vertrag nicht durch einen Vandalismusschaden von 500 Euro ausgehebelt werden kann“, so Heuer. Deshalb sehe der Vorschlag vor, bei schwerer, mutwilliger Zerstörung würden nur die drei folgenden offenen Tage zur Erneuerung ausgesetzt. Jakobs betonte, Ludes sei in diesem Punkt gesprächsbereit.

Der Vorschlag der Vertagung sorgte zunächst für Kritik. Wolfhard Kirsch (Bürgerbündnis) sagte, man habe nicht bis Sankt Nimmerlein Zeit. Nachdem sich viele Stadtverordnete und Oberbürgermeister Jakobs dafür aussprachen, wurde diese einstimmig beschlossen.

Das sogenannte Hippodrom ist ein Rundweg in der nach Plänen von Peter-Joseph Lenné angelegten Parkanlage der Villa Jacobs. Sie ist seit Jahrzehnten ungepflegt und so überwuchert, dass sie kaum noch sichtbar ist. Trotzdem steht sie seit 2013 auf der Denkmalliste. Der Besitzer der Villa plant nun, den Weg bis 2019 wieder herzustellen (PNN berichteten), das Areal einzuzäunen und an einigen Tagen im Jahr für das Publikum zu öffnen. 

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