Die Wahl des Sozialbeigeordneten steht am Mittwoch auf dem Plan des Potsdamer Stadtparlaments. Foto: Sebastian Gabsch
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Potsdam Linke wollen Kandidaten für Sozialdezernat nicht wählen

Potsdams neuer Sozialbeigeordneter soll am Mittwoch im Stadtparlament gewählt werden, zwei Kandidaten stehen zur Auswahl. Die Linke wird ihre Zustimmung allerdings verweigern.

Potsdam - Es ist für Oberbürgermeister Mike Schubert (SPD) eine der wichtigsten Personalentscheidung des Jahres: Die im Stadtparlament bevorstehende geheime Wahl eines neuen Sozialdezernenten. Doch vor der Abstimmung am Mittwoch im Stadtparlament verweigert der Linke-Kreisvorstand die Zustimmung, noch bevor am heutigen Montag die beiden verbliebenen Kandidaten allen Stadtverordneten offiziell vorgestellt werden.

Der Grund: Die Ex-Linke-Oberbürgermeisterkandidatin und städtische Gleichstellungsbeauftragte Martina Trauth, die ihre Bewerbung im Vorfeld öffentlich gemacht hatte, ist wie berichtet aus dem Rennen. Dabei habe Trauth „nicht nur die einschlägige fachliche Kompetenz, sie hat auch langjährige Erfahrung in den Potsdamer Verhältnissen und an vielen Konzepten insbesondere im sozialen Bereich federführend mitgewirkt“, teilte Linke- Kreischef Stefan Wollenberg mit.

"Viele Potsdamer wollten Trauth in einer verantwortlichen Position sehen"

Das Ergebnis der OB-Wahl habe auch gezeigt, dass viele Potsdamer Trauth „in einer verantwortlichen Position in der Stadt sehen wollen“. Es sei daher ein „großer Fehler“ von Schubert, auf eine externe Lösung zu setzen. Wie berichtet stammen die bisher unbekannten Favoriten-Kandidaten einmal aus Ost- und einmal aus Süddeutschland. Nach PNN-Informationen aus dem Rathaus hatte auch Linke-Fraktionschef Hans-Jürgen Scharfenberg diese Auswahl befürwortet, von einem einstimmigen Votum aller Fraktionschefs war die Rede.

Martina Trauth (Linke), Potsdams Gleichstellungsbeauftragte und ehemalige Oberbürgermeister-Kandidatin, ist aus dem Rennen. Foto: Sebastian Gabsch Vergrößern
Martina Trauth (Linke), Potsdams Gleichstellungsbeauftragte und ehemalige Oberbürgermeister-Kandidatin, ist aus dem Rennen. © Sebastian Gabsch

Seit der Wahl des früheren Amtsinhabers Schubert zum Rathauschef ist das Sozialdezernat unbesetzt. Zu dem wichtigen Bereich gehört auch die Feuerwehr und das Ordnungsamt, das früher dort angedockte Jugendamt ist zuletzt dem Bildungsdezernat zugeschlagen worden.

Sollte die Berufung so kurz vor der Kommunalwahl im Stadtparlament scheitern, fürchtet man nach PNN-Informationen im Rathaus, dass dann das Verfahren noch einmal von vorne beginnen müsste – und der wichtige Posten womöglich bis Ende des Jahres unbesetzt bliebe. Derzeit muss Kämmerer Burkhard Exner (SPD) das Amt kommissarisch ausfüllen.

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