Die Potsdamer Stadtverwaltung sucht dringend neue IT-Fachkräfte. Foto: Sebastian Gabsch
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Potsdam IT-Experten müssen sich per Brief bewerben

Potsdam will sich eigentlich aktiv für den digitalen Wandel einsetzen. Und sucht seit Monaten dringend IT-Fachkräfte. Doch Interessierte können sich nicht mal online bewerben. 

Potsdam - Noch immer sind eine Reihe von IT-Stellen in der Potsdamer Stadtverwaltung unbesetzt – obwohl diese zum Teil bereits mehrfach ausgeschrieben wurden. Das geht aus eine Antwort der Verwaltung auf eine Kleine Anfrage des CDU-Stadtverordneten Clemens Viehrig hervor. 

Für zwei Stellen als Sachbearbeiter Systemadministration gab es demnach bereits vier Ausschreibungsverfahren – ohne Ergebnis. Und das, obwohl die Stadt eine mögliche IT-Zulage von bis zu 1000 Euro brutto monatlich zusätzlich zum Gehalt zahlt.

Von drei ausgeschriebenen Stellen für IT-Projektleiter wurde nur eine besetzt. Zwei weitere Posten, ebenfalls seit längerer Zeit vakant, für den IT-Aufbau in Schulen, sollen nun laut der Antwort Werkstudenten eingesetzt werden. Insgesamt läuft laut einer Tabelle in dem Dokument für 13 Stellen derzeit ein Besetzungsverfahren. Für drei davon werden auch Headhunter eingesetzt.

Potsdam sei ein attraktiver und moderner Arbeitgeber

Auf die Frage danach, welche Wege die Verwaltung geht, um Bewerber zu finden, verweist diese in der Antwort auf Veröffentlichungen auf kostenpflichtigen Online-Jobbörsen wie stepstone.de und stellenanzeigen.de oder Fachportalen wie heisejobs.de. Zudem seien „merkbare Designänderungen“ in den Anzeigen geplant, um die Stadt „als attraktiven und modernen Arbeitgeber zu präsentieren“.

Aktuell haben die Stellenanzeigen der Stadt ein sehr klassisches Layout, weiß, schmaler schwarzer Doppelrand, oben das Logo und dann in Arial-Schrift eine Auflistung von Aufgaben und Voraussetzungen. Inhaltlich wirbt Potsdam gleich im ersten Absatz damit, sie sei „eine innovative Stadt“, die sich „aktiv für den digitalen Wandel“ einsetze. Die Verwaltung setze „stark auf die weitere Digitalisierung der Arbeitsprozesse“. Der Fachbereich E-Government sei eine „IT- und Projektschmiede“ sowie „erste Beratungsinstanz der Verwaltungsleitung hinsichtlich der zukünftigen strategischen IT-Ausrichtung der Landeshauptstadt“.

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Clemens Viehrig (CDU) © promo

Clemens Viehrig, der die Anfrage bei an die Verwaltung gestellt hatte, kritisiert insbesondere, dass selbst bei IT-Stellen keine Onlinebewerbung möglich ist. In der Tat ist eine Bewerbung postalisch an die Stadt zu senden. „Es verwundert nicht, dass die Digitalisierung im Rathaus langsam vorangeht, wenn selbst eine Bewerbung – im Jahr 2019 – nur in Papierform möglich ist“, erklärte Viehrig den PNN. Es bleibe zu hoffen, dass „die angekündigte Designänderung im Bewerbungsprozess nicht nur eine Layoutänderung mit sich bringt“, sondern auch die Möglichkeit, sich online zu bewerben.

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