Der PNN-Newsletter - heute von Jana Haase. Grafik: TSP
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Potsdam HEUTE, Dienstag, 28. September 2021 Potsdam nach der Wahl

Die wichtigsten Termine, die interessantesten Themen und News. Alles, worüber Potsdam am Dienstag spricht, im PNN-Newsletter "Potsdam HEUTE".

Guten Morgen,

am Tag nach der Wahl war der gewählte Direktkandidat direkt erstmal weg: Aus seinem Büro in Berlin beantwortete Olaf Scholz in einer Videokonferenz am Montagnachmittag die Fragen der Potsdamer Lokalpresse. Aus den zunächst vorgesehenen fünf Minuten sind dann immerhin doch zehn geworden. Er wolle - so wie im Wahlkampf - auch wieder viel vor Ort sein, versprach Scholz. Auch öffentliche Bürgergespräche in allen Gemeinden des Wahlkreises soll es geben, wann genau, steht noch nicht fest. Denn jetzt hat für den Wahlpotsdamer etwas anderes Priorität: Die Sondierungsgespräche für eine neue Regierungskoalition in Berlin. Meine Kollegin Sabine Schicketanz schreibt hier über die virtuelle Begegnung mit dem Sozialdemokraten, der sich im Wahlkreis 61 erstaunlich deutlich vor Grüne-Konkurrentin Annalena Baerbock durchsetzte und nun aufs Kanzleramt hoffen kann.

Mein Kollege Carsten Holm hat die Ergebnisse im Wahlkreis mit dem Politikwissenschaftler Michael Kolkmann (Sie kennen ihn aus Folge 3 und 7 des PNN-Podcasts zur Bundestagswahl) genauer besprochen: Wieso haben die Sozialdemokraten so klar gewonnen? Was waren mögliche Fehler der Grünen? Wieso hat die Linke so desaströs abgeschnitten? Was bedeuten die zusammengenommen nicht wenigen Stimmen für Kleinstparteien und unabhängige Kandidat*innen? Antworten lesen Sie hier.

Dass die Sozialdemokraten auf Landesebene ein so gutes Ergebnis einfahren konnten - sie holten alle zehn Direktmandate -, hat nicht nur mit dem Scholz-Effekt zu tun, schreibt meine Kollegin und Landespolitikexpertin Marion Kaufmann in ihrem Kommentar. Gerade beim Erststimmensiegeszug komme stattdessen der Schüle-Effekt zum Tragen - der gute Wahlkampf einer Reihe von jungen Politiker*innen in den Fußstapfen der 2017 in Potsdam erfolgreichen SPD-Direktkandidatin und heutigen Landeskulturministerin Manja Schüle: Wiebke Papenbrock in Neuruppin, Sonja Eichwede in Brandenburg an der Havel und Maja Wallstein in Cottbus. "Es ist nicht die alte Tante SPD im Mottenkugelmantel, die da in Brandenburg die Wähler überzeugt hat. Es ist eine jüngere Generation auch weiblicher Politikerinnen, die Stimmen gezogen hat", bilanziert meine Kollegin.

Eine parteisympathienunabhängig gute Nachricht gibt es auch noch: In Potsdam wurde eine Wahlbeteiligung von 81,2 Prozent registriert - so hoch wie noch nie seit dem Mauerfall. Der Potsdamer Wahlkreis 61, zu dem auch Kleinmachnow, Nuthetal, Michendorf, Stahnsdorf, Schwielowsee, Teltow sowie Ludwigsfelde gehören, schnitt mit 81,9 Prozent Wahlbeteiligung brandenburgweit am besten ab, wie der Landeswahlleiter mitteilte. Auf Platz eins unter allen märkischen Gemeinden kam Kleinmachnow, wo 89,7 Prozent der Wähler*innen ihre Stimme abgaben. Nach Jahren mit schwächelndem Interesse und vermeintlicher Politikverdrossenheit ein starkes Zeichen für die Demokratie.

Auch im heutigen Newsletter

  • Wird Potsdam Kanzlerstadt - und was würde das bedeuten?
  • Neues Hohenzollern-Buch: Historiker Stephan Malinowski stellt in Berlin "Die Hohenzollern und die Nazis" vor
  • Hilferuf von der Uni Potsdam: Wohnraum für internationale Studierende gesucht
  • Tipps für Unternehmungen
  • ...und jede Menge mehr

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