Die Garnisonkirche soll in der Breiten Straße wiederaufgebaut werden. Foto: Ralf Hirschberger/dpa
© Ralf Hirschberger/dpa

Potsdam Auch CDU kritisiert Schuberts Garnisonkirchen-Absage

Der Oberbürgermeister will seinen Sitz im Kuratorium der Wiederaufbaustiftung ruhen lassen. Darüber ist in der Stadt eine Debatte entbrannt.

Potsdam - Nach der Entscheidung von Oberbürgermeister Mike Schubert (SPD), seinen Sitz im Kuratorium der Stiftung Garnisonkirche vorerst ruhen zu lassen, reagiert dieses wortkarg. Nach einer Sitzung des Kuratoriums – in dem etwa die Ex-Ministerpräsidenten Manfred Stolpe und Matthias Platzeck (beide SPD) oder der Alt-Bischof Wolfgang Huber vertreten sind – teilte das Gremium mit, man habe die Überlegungen Schuberts zur Kenntnis genommen: „Für diese Vakanz muss ein Weg des konstruktiven Informationsaustausches gefunden werden“, so das Kuratorium.

Potsdams Oberbürgermeister Mike Schubert (SPD). Foto: Sebastian Gabsch Vergrößern
Potsdams Oberbürgermeister Mike Schubert (SPD). © Sebastian Gabsch

Gegner fordern Auflösung der Wiederaufbau-Stiftung

Positiv kam Schuberts Entscheidung bei Gegnern des Projekts an. Sara Krieg, Sprecherin der Initiative für ein Potsdam ohne Garnisonkirche, mahnte aber in einer Mitteilung an, der Rathauschef solle endlich den Beschluss der Stadtverordnetenversammlung umsetzen, „alle rechtlichen Mittel zur Auflösung der Stiftung einzusetzen“. Das hatten die Stadtverordneten 2014 mehrheitlich und mit dem damaligen SPD-Fraktionschef Schubert beschlossen – um einen Bürgerentscheid zu dem Projekt zu verhindern. Die Gegner fürchten unter anderem, dass die einstige Militärkirche mit ihrer Geschichte zu einem Wallfahrtsort für rechte Kräfte wird. Die Befürworter verweisen hingegen auf die geplante Versöhnungsarbeit vor Ort.

Auch die AfD meldete sich zu Wort

In der Stadtpolitik meldete sich die AfD via Facebook zu Wort – man stehe zu einem originalgetreuen Wiederaufbau von Turm und Kirchenschiff, sagte das Vorstandsmitglied Chaled-Uwe Said. Schubert solle um Spenden für das Projekt werben und sich klar dazu bekennen, so Said: „Auch im ehrenden Gedenken an jene Soldaten, die in Kriegen ihr Leben ließen.“

Auch CDU/ANW-Fraktionschef Matthias Finken erklärte via Facebook, für seine Fraktion gehöre der Rathauschef in das Kuratorium. Klar sei aber auch, dass man – wie von Schubert angekündigt – nach der Kommunalwahl zügig zu einer eindeutigen Beschlusslage im Stadtparlament zum Umgang mit dem Projekt kommen müsse, so Finken weiter.

Zur Startseite