Politikern aus dem Wahlkreis 61 diskutierten über soziale Fragen.  Foto: Ottmar Winter
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PNN-Talk im Wahlkreis 61 Solidarität oder Spaltung?

Pandemie-Bekämpfung und Flüchtlingshilfe: Beim PNN-Talk zur Bundestagswahl standen Themen im Fokus, die für das friedliche Zusammenleben eine besondere Rolle spielen.

Der Bundestagswahlkampf nimmt Fahrt auf, die Debatten, vor allem in sozialen Medien, werden härter. Die Gesellschaft scheint, etwa bei Fragen wie Pandemiebekämpfung und Flüchtlingshilfe, zunehmend gespalten. Was kann, was muss Politik tun, um die Diskussionen zu versachlichen, Demokratie zu stärken?  

Diesen Fragen ging am Dienstagabend der von Tagesspiegel-Herausgeber Stephan-Andreas Casdorff moderierte Wahltalk mit Bundestagskandidaten und Politikern aus dem Wahlkreis 61 im Garten des Martin-Niemöller-Hauses in Berlin-Dahlem nach – veranstaltet vom Evangelischen Kirchenkreis Teltow-Zehlendorf gemeinsam mit den PNN. 

Einhellige Meinung: Schulen sollten trotz Corona offen bleiben 

Geimpft, ungeimpft, 2G, 3G. Gerade die Coronakrise hat Spannungen innerhalb der Gesellschaft zutage treten lassen. Die Frage eines Schülers aus dem Publikum: „Muss ich nochmal ins Homeschooling?“ Einhellige Meinung aller sechs Politiker: Das sollte nicht passieren – aber die Realität kann anders aussehen. „Niemand in der Politik hat Spaß daran, Schulen zu schließen“, sagte die frühere Landtagsabgeordnete Klara Geywitz aus Potsdam, die in der Runde SPD-Kanzler- und Direktkandidat Olaf Scholz vertrat, mit dem sie gemeinsam für den Bundesvorsitz der SPD angetreten war. 

Es müsse alles nur Mögliche versucht werden, um eine erneute Schließung von Schulen zu vermeiden, „aber ich will und kann nichts versprechen“. Dem schloss sich die Landtagsabgeordnete Marlen Block für die Linke an. „Das kann man nicht garantieren“, sagte die Potsdamer Anwältin. Solche Entscheidungen basierten auf wissenschaftlichen Erkenntnissen und die könnten sich im Laufe einer Pandemie ändern. 

Ludwig forderte neue Quarantäne-Regeln 

„Wir haben Homeschooling“, sagte die CDU-Direktkandidatin Saskia Ludwig, und zwar für die Schüler, die in Quarantäne geschickt würden, in Brandenburg für 14 Tage. In dem Punkt müsse nach dem Vorbild Berlins dringend nachjustiert werden, wo Kinder nur noch fünf Tage zu Hause bleiben müssen, wenn sie engen Kontakt mit positiv getesteten Mitschülern hatten. 

Anna Emmendörffer aus Teltow, die für die Grünen auf Platz 3 der Landesliste antritt, forderte den Einsatz von Luftfiltern in Klassenzimmern. Zudem sollten sich Erwachsene solidarisch zeigen und impfen lassen. „Wir müssen alles dafür tun, um Präsenzunterricht sicherzustellen“, meinte auch FDP-Direktkandidatin Linda Teuteberg. 

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Schulschließungen – „auf gar keinen Fall“, postulierte AfD-Wahlkreisbewerber Tim Krause. Seine Argumentation, wonach Schulen keine Infektionsherde seien, sorgte bei Mitdiskutanten und Zuschauern allerdings für Kopfschütteln. Das Coronavirus verbreitet sich nach Angaben des Gesundheitsministeriums derzeit in Brandenburg am stärksten unter Kindern und Jugendlichen. 
Gestritten wurde auch über die Aufnahme von Geflüchteten aus Afghanistan. 

Grüne: Nichts Gutes am AfD-Kandidaten 

Vor allem Grüne und AfD standen sich am Ende unversöhnlich gegenüber. Auf die Frage von Moderator Casdorff, was er an Emmendörffer gut finde, sagte Krause, diese sei eine „intelligente, engagierte und attraktive Frau“, die für eine gute Sache kämpfe, aber den falschen Weg eingeschlagen habe.  Emmendörffer entgegnete, sie könne nichts Gutes an Krause finden, schließlich sei er „Mitglied einer rechtsextremistischen Partei“.  

Die Filmaufnahme des Talks finden Sie auch unter www.teltow-zehlendorf.de/Aktuelles

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