Die geplante Raststätte soll an der A 10 entstehen. Foto: Andreas Klaer
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Pläne für umstrittene Raststätte Havelseen Land will nicht mit Rathaus reden

Die Landesregierung erteilt einem Gespräch über die Raststätte Havelseen eine Absage. Man stehe zum Ausbau der Infrastruktur für den Lkw-Verkehr und verweist auf eine elf Jahre alte Entscheidung.

Potsdam - Pläne der bundeseigenen Autobahn GmbH für eine neue große Raststätte an der A10 zwischen Kartzow und Paaren sorgen für Verstimmung zwischen Landesregierung und dem Potsdamer Rathaus. Nach PNN-Informationen lehnt der zuständige Staatssekretär im Brandenburger Ministerium für Infrastruktur und Landesplanung Rainer Genilke (CDU) ein Gespräch mit Potsdams Oberbürgermeister Mike Schubert (SPD) über das Thema ab. 

Stattdessen solle Schubert doch das laufende Planfeststellungverfahren nutzen, um Einwände einzubringen. Außerdem habe sich der Bund gemeinsam mit den Ländern schon im Jahr 2010 entschieden, zusätzliche Lkw-Parkplätze an den Autobahnen zu errichten – auch in Brandenburg. Vor diesem Hintergrund solle die komplizierte Planung zum Abschluss gebracht werden.

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Tatsächlich läuft seit Februar beim brandenburgischen Landesamt für Bauen und Verkehr das Planfeststellungsverfahren. Dessen vorgesetzte Behörde ist das Infrastrukturministerium. Dort konnte man am Montag keine Auskunft zum Verfahrensstand geben und verwies an die Autobahn GmbH. Potsdam lehnt die Pläne wie berichtet ab und kritisiert, dass die Autobahn GmbH alternative Standorte nicht ausreichend geprüft habe. 

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© Grafik: PNN/Klöpfel

Wie berichtet will die Autobahn GmbH die Raststätte „Havelseen“ ab 2024 bauen. 103 Stellplätze für Lkw, zehn für Busse, acht für Caravans und 183 für Autos soll es dort geben. Grundstückeigentümer haben dagegen Klagen angekündigt. 

Das Projekt dient als Ersatz für die bestehende Raststätte Wolfslake, die sich aus Sicht der Planer nicht für einen Ausbau eigne. Gegen die Pläne macht sich auch die Bürgerinitiative Potsdamer Norden stark. Bislang haben rund 3000 Menschen die Onlinepetition „Naturerhalt statt Asphalt“ gegen den Neubau unterzeichnet. 

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