Wegen des Personalmangels will Oberbürgermeister Schubert 120 neue Stellen in der Stadtverwaltung schaffen. Foto: Sebastian Gabsch/ PNN
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Personalengpass im Rathaus Potsdam Neue Schulcomputer können bis Sommer nicht angeschlossen werden

Insgesamt dauert es an manchen Schulen in Potsdam länger als ein halbes Jahr, bis neue PCs angeschlossen werden können. Bis dahin steht die Technik ungenutzt herum.

Potsdam - Eigentlich hatte das Rathaus mit einem Aktionsplan mehr als 15 Potsdamer Schulen längst mit moderner Computertechnik ausstatten wollen. Doch wegen Personalnot in der IT-Abteilung der Stadtverwaltung wird es noch bis in die Sommerferien dauern, bis alle schon vor Monaten gelieferten Geräte angeschlossen und eingerichtet sind. Das machte der zuständige Hauptamtschef Dieter Jetschmanegg am Dienstagabend im Bildungsausschuss deutlich: „Es geht leider nicht schneller.“ 

Hauptamtschef Dieter Jetschmanegg sprach im Ausschuss für die Stadtverwaltung. Foto: Andreas Klaer Vergrößern
Hauptamtschef Dieter Jetschmanegg sprach im Ausschuss für die Stadtverwaltung. © Andreas Klaer

Es geht noch um zehn Schulen

Anlass für Jetschmaneggs Einschätzung war ein später beschlossener Antrag der CDU/ANW, „unverzüglich den Anschluss und die Einrichtung bereits gelieferter IT in den Schulen zu beschleunigen“ – schließlich stehe die Technik ungenutzt in den Schulen. Laut einer den PNN vorliegenden verwaltungsinternen Liste geht es noch um rund zehn Schulen, unter anderem die Grundschule am Kirchsteigfeld, die Dortu-Grundschule in der Innenstadt oder das Hannah-Arendt-Gymnasium in Potsdam-West. Dort ist laut Liste die Technikinstallation zum Beispiel erst im Mai oder Juni geplant. Pro Schule sind jeweils zwei Wochen vorgesehen.

Jetschmanegg sagte, es handele sich um einen langwierigeren Prozess, weil in jeder betroffenen Schule auch die alte Technik abgebaut und erfasst werden müsse. Zudem gebe es meist keine zentralen Server, sodass die Rechner einzeln eingerichtet werden müssten. Die Schulen und dort eventuell vorhandene Computerexperten dürften aus Sicherheitsgründen nicht diese Aufgabe übernehmen, hieß es weiter. Noch ein weiteres Problem nannte der Dezernent: Wenn die wenigen IT-Mitarbeiter mit der Installation der neuen Rechner an einer Schule beschäftigt sind, könnten keine Störmeldungen aus anderen Schulen bearbeitet werden. 

Jetschmanegg: "Rathaus bekommt Fachkräftemangel zu spüren"

Besserung ist laut Jetschmanegg nur insoweit in Sicht, dass man nun auf Werkstudenten setzen kann, die mithelfen. Weitere feste Mitarbeiter seien zwar erwünscht, aber auf dem Arbeitsmarkt sehr gefragt – hier bekomme das Rathaus den Fachkräftemangel zu spüren. Andere Möglichkeiten, etwa der Einsatz von Experten aus kommunalen Unternehmen, seien „nicht so einfach machbar“, so der Dezernent – es gehe eben nicht einfach um das Zusammenstecken von Geräten. Auch externe Hilfe hatte das Rathaus wegen fehlender Vergabeexperten nicht ausschreiben können. Für ein schon vor einem Jahr beschlossenes Konzept zur digitalen Bildung habe es bisher nur erste Abstimmungsgespräche mit dem Land gegeben, hieß es.

In dem von den Grünen initiierten Beschluss war für solche Anschlussfragen etwa eine verstärkte Zusammenarbeit mit Umlandkommunen angeregt worden, um die Arbeit zu vereinfachen. Die bloße Konzeptarbeit werde aber mindestens noch bis Mitte 2020 dauern, machte die Stadtverwaltung im Ausschuss deutlich. 

CDU-Mann Viehrig: "So ein Fiasko darf nicht wieder passieren"

Die Ausführungen sorgten im Ausschuss für Ernüchterung. So ein Fiasko dürfe nicht wieder passieren, so der Vorsitzende Clemens Viehrig (CDU). „Die Installation neuer Geräte gehört gleich mit in die Ausschreibung für neue Technik.“ 

Stadtsprecher Jan Brunzlow sagte auf Anfrage, die benötigten Ressourcen für die Installation seien leider unterschätzt worden. Künftig werde man wie vorgeschlagen verfahren, „damit solche Verzögerungen nicht mehr passieren“.

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