Langer Stall mit Loggien. Detail der Fassade des Höhne-Entwurfs. Grafik: Höhne-Architekten

Potsdam Neustart für den Langen Stall

Das Verfahren zum umstrittenen Wiederaufbau des Langen Stalls in Potsdam nahe der Breiten Straße wird neu aufgerollt.

Innenstadt -  Mit den Stimmen der Rathauskooperation aus SPD, CDU, Grünen und FDP haben die Stadtverordneten am Mittwoch überraschend entschieden, in einem Workshop mit Stadtverordneten, Mitgliedern des Gestaltungsrats und der Stadtverwaltung etwa die architektonische Figur des Langen Stalls neu zu klären. Gegen den Workshop stimmten unter anderem die Linke und der Oberbürgermeister. Noch im Bauausschuss war der Vorstoß, der eine Initiative der Grünen ist, gescheitert.

Vor der Abstimmung hatte Baudezernent Matthias Klipp (Grüne) gewarnt, mit einem Workshop werde das Ergebnis eines städtebaulichen Wettbewerbs infrage gestellt. Zugleich werde die Wettbewerbskultur in Potsdam Schaden nehmen, so Klipp – weil sich Teilnehmer nicht mehr sicher sein könnten, dass ihre Vorstellungen im Fall eines Sieges auch umgesetzt würden. Grünen-Fraktionschefin Saskia Hüneke hielt dagegen, das Ergebnis des Wettbewerbs sei rechtlich unverbindlich. Wie berichtet plant ein Berliner Architektenbüro, im Langen Stall 160 Wohnungen zu bauen – der Investor hatte diesen Entwurf akzeptiert. Am Aussehen des Entwurfs hatte es immer wieder Kritik gegeben, etwa von der Bürgerinitiative „Mitteschön“, Architekten und Denkmalpflegern. Der Lange Stall, dessen giebelseitige Schaufassade noch steht und von der Breiten Straße aus zu sehen ist, bildete bis zum Ende des Zweiten Weltkriegs mit seiner enormen Länge von fast 170 Metern die östliche Begrenzung der sogenannten Plantage, an der auch die Garnisonkirche wiederaufgebaut werden soll. Errichtet wurde das Gebäude unter Friedrich Wilhelm I. als Reit- und Exerzierhaus.

Klipp warnte davor, dass das Gebäude in seiner Gestaltung womöglich nicht einheitlich sein werde. Denn zwei Drittel des Stallgrundstücks gehören dem Sanierungsträger, ein Drittel dem Investor. Zuletzt hatte es einen Vorschlag des Architekten Bernd Albers gegeben, das Gebäude mit seinem tief heruntergezogenen Dach als Kunsthalle wiederaufzubauen. Mäzen Hasso Plattner hatte dem allerdings eine Absage erteilt. HK/pee

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