Neuköllns ehemaliger Bürgermeister Heinz Buschkowsky liest am 31. März in Potsdam. Foto: dpa (Archiv)
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„Neukölln ist überall“ Ex-Bürgermeister Buschkowsky liest in Potsdam

Heinz Buschkowsky, langjähriger Bürgermeister Neuköllns, nimmt kein Blatt vor den Mund. Am Sonntag liest er in Potsdam.

Potsdam - Er lebt seit seiner Geburt in Neukölln, ist heute 80 Jahre alt und – noch – SPD-Mitglied, denn erst vor kurzem drohten empfindliche Genossen mit Rausschmiss. Der Grund: Heinz Buschkowsky, langjähriger Ex-Bürgermeister seines Heimatbezirks, nimmt kein Blatt vor den Mund, wenn es um die Analyse der sozialen Brennpunkte geht.

Lesung und politischer Talk im nh-Hotel Potsdam

Darüber hat er in den vergangenen Jahren zwei Bücher geschrieben, aus denen er jetzt in Potsdam vorliest. Am morgigen Sonntag ist der prominente Berliner, Autor und Querdenker im nh-Hotel Potsdam zu Gast. Im Anschluss an die Lesung findet ein „politischer Talk“ statt.

„Neukölln ist überall“ erschien 2012 und belegte wochenlang Platz eins der Spiegel-Bestsellerliste. Darin schreibt der Autor über Erlebtes aus seinem Stadtbezirk: Familien, die seit Generationen von Unterstützung leben, Eltern, die sich nicht um ihre Kinder kümmern, Jugendliche ohne Zukunft, Gewalt, Kriminalität. Buschkowsky sprach aus, was viele damals dachten: Integration ist kein Selbstläufer.

Buschkowskys Lösungsvorschlag: Aufstieg durch Bildung

2014 folgte „Die andere Gesellschaft“ mit der Fragestellung, wie die deutsche Gesellschaft durch Migration verändert wird. Dazu sprach Buschkowsky mit Sozialarbeitern, Imamen und Islamaussteigern, blickt auf offene Fragen hinsichtlich der Integration von Ausländern und analysiert die Einwanderersituation. Sein Fazit: die Segregation, die Spaltung in Parallelgesellschaften, ist möglicherweise unumkehrbar.

Sein Lösungsvorschlag: Aufstieg durch Bildung. Buschkowsky erntete damals viel Kritik, er sei zu rechtspopulistisch, heute wird das Problem der kriminellen Berliner „Clans“ offen diskutiert.

Gastgeber in Potsdam ist der deutsche Bundesverband der Assistentinnen, Sekretärinnen und Büroberufe, der Potsdam im Rahmen einer Bildungsreise besucht. Hotelchefin Janina Bachmann-Graffunder ist stellvertretende Vorsitzende. „2019 ist die Gründung einer Regionalgruppe geplant“, sagt die Hotelchefin. „In Potsdam gibt es deutschlandweit die größte Dichte an Sekretärinnen, gemessen an der Einwohnerzahl.“ Die öffentliche Lesung biete auch Gelegenheit, mit dem Verband in Kontakt zu treten.

Am Sonntag (31. März) um 13.30 Uhr im nh-Hotel-Potsdam, Friedrich-Ebert-Straße 88. Karten kosten 29 Euro, inklusive Kaffee, Kuchen und Prosecco. Karten und Reservierung unter Tel. (0331) 2317 501

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