Anlass für die Gespräche ist die Demonstration gegen Rassismus in Potsdam vom Samstag. Foto: Manfred Thomas
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Nach Rassismusvorwürfen in Potsdam Polizei und Opferperspektive wollen Dialog führen

Nach den Vorwürfen rassistisch motivierter Polizeikontrollen in Brandenburg planen der Potsdamer Verein Opferperspektive und die Polizei ein klärendes Gespräch.

Potsdam - Nach den Rassismus-Vorwürfen des Potsdamer Vereins Opferperspektive gegen die Polizei in Brandenburg soll es nun ein klärendes Gespräch zwischen beiden Seiten geben. Das bestätigte der Sprecher des Potsdamer Polizeipräsidiums, Torsten Herbst, den PNN am Montag auf Anfrage. Man habe sich mit dem Verein und Geschäftsführerin Judith Porath für ein Gespräch in der nächsten Woche verabredet. 

Das sei wichtig, "weil Rassismusvorwürfe gegen die Polizei sehr schwer wiegen und Rassismus mit unserem Verständnis von professioneller Polizeiarbeit als einer der Inhaber des Gewaltmonopols des Staates und der damit verbundenen besonderen Verantwortung der Polizei absolut nicht einhergehen", erklärte Herbst. Allerdings seien pauschale Vorwürfe, ohne einen Beleg, "weder einer sachlich zu führenden öffentlichen Debatte zuträglich, noch tragen sie dazu bei, in der Bevölkerung Vertrauen in die Arbeit der Polizei zu fördern". 

Anlass für das Gespräch ist eine Demonstration

Bei einer Demonstration gegen Rassismus hatte Porath am Samstag in Potsdam erklärt, man müsse „auch in Brandenburg über strukturellen Rassismus sprechen”. Als Beispiel nannte Porath „rassistische Kontrollen der Polizei” - ohne dafür Belege zu nennen. Den PNN sagte sie am Montag, in den zurückliegenden Monaten hätten sich verstärkt Menschen mit schwarzer Hautfarbe an den Verein und seine Beratungsstelle in Babelsberg gewandt, um solche Vorfälle zu schildern, rund zehn solcher Fälle habe sie gehört - nicht nur, aber auch in Potsdam. Möglicherweise gäbe es dabei einen Zusammenhang mit der "Black Lives Matter"-Bewegung, sagte Porath. So könne sie nicht einschätzen, ob es tatsächlich mehr solcher Vorfälle gebe oder "die Leute mutiger geworden sind, darüber zu sprechen". Darüber werde sie mit der Polizei nun auch reden.

Polizei will Fehlverhalten transparent machen

Polizeisprecher Herbst betonte wiederum, man gehe mit Verdachtsfällen "wie auch immer gearteten polizeilichen Fehlverhaltens" transparent und offensiv um, auch gegenüber der Öffentlichkeit. Ferner nannte er ein Projekt, in dem Polizisten über das Selbstverständnis der Behörde diskutieren - unterstützt vom Brandenburgischen Institut für Gemeinwesenberatung, das auch zum Umgang mit Rechtsextremismus berät. Auch mit dem Verein Opferperspektive, der besonders Opfer rechtsextremer Gewalt unterstützt, arbeite die Polizei zusammen, so Herbst. Es gebe es einen regelmäßigem Austausch mit der Staatsschutzabteilung des Landeskriminalamtes. 

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