Gab es Verstöße an der Babelsberger Grundschule?  Foto: Manfred Thomas
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Nach Massenquarantäne wegen Corona-Fall Goethe-Schule bestreitet Hygieneverstöße

149 Kinder in Quarantäne: Die Schulleiterin der Goethe-Schule wehrt sich gegen Vorwürfe der Stadtverwaltung, es habe Verstöße gegen die Hygieneauflagen gegeben.

Potsdam - Nach einer Corona-Massenquarantäne für Kinder der Goethe-Grundschule in Babelsberg widerspricht die Schulleitung dem Gesundheitsamt der Stadt. Der von der Stadtverwaltung erhobene Vorwurf „nicht eingehaltener Hygieneauflagen entspreche in keiner Weise den Tatsachen“, erklärte Schulleiterin Anja Henkes am Mittwoch.

„Ohne Abstand und ohne Mund-Nasen-Schutz“

Das Rathaus hatte wie berichtet am Dienstagabend erklärt, bei einer Filmvorführung in der Schule sei auch ein infiziertes Kind gewesen. Rund 150 andere Kinder seien „ohne Abstand und ohne Mund-Nasen-Schutz“ anwesend gewesen. Deswegen war vorsorglich eine Quarantäne für 149 Kinder der dritten und vierten Klasse angeordnet worden. Dagegen sagte Henkes, das Hygienekonzept der Schule sehe Doppeljahrgangsstufen vor – analog zum Vorgehen im dortigen Hort.

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Konkret bedeute dies, dass die Klassenstufen eins und zwei gemeinsame Räumlichkeiten nutzen – und die Stufen drei und vier andere. „Diese Trennung zwischen den Doppeljahrgangsstufen halten wir im Innen- und Außenbereich der Schule strikt ein.“ Am vergangenen Freitag habe man das zehnte Schuljubiläum gefeiert – wofür man im Vorfeld mit Kindern der Schule Goethes „Faust“ verfilmt habe. Den Film habe man in der weitläufigen Aula des Gebäudes gezeigt, die sonst die Mensa für bis zu 150 Schüler sei. „Dabei waren die Fenster und Türen während der etwa 35-minütigen Veranstaltung geöffnet“, so die Leiterin.

Das Rathaus verwies am Mittwoch auf Vorhänge vor den Fenstern zur Verdunklung, was gegen eine ausreichende Lüftung spreche. Auch seien die Kinder mindestens 45 Minuten im Raum gewesen, so eine Stadtsprecherin. Hingegen verwies die Schulleiterin auf die abgeschaffte Maskenpflicht für Grundschüler: Es sei „erschütternd, dass das erfolgreiche Jubiläum nun so überschattet wird“. Seit Mittwoch können sich die Kinder laut Stadt testen lassen und bei negativem Ergebnis die Quarantäne verlassen. Dann wisse man, ob sich weitere Schüler infiziert haben. 

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