Das Extavium in der Potsdamer Innenstadt. Foto: Ottmar Winter
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Mitarbeitern wird gekündigt Extavium schließt wohl am 19. April

Jetzt steht das Datum der Schließung des Potsdamer Mitmachmuseums wohl fest. Das hat auch Konsequenzen für viele studentische Mitarbeiter.

Potsdam - Ohne eine vom Rathaus bisher abgelehnte Übergangsfinanzierung wird das Mitmachmuseum „Extavium“ am 19. April schließen müssen. Das sagte Anna Leetz aus der Leitung des Hauses am Donnerstag auf PNN-Anfrage. Demnach müsse man 20 Mitarbeiter, viele davon Studenten, wohl kündigen. „Buchungen, die bereits für das restliche Jahr vorliegen, werden wir versuchen, vorzuverlegen“, kündigte Extavium-Mitgründer Axel Werner in einem Schreiben am Donnerstag an. Auf der Internetseite hieß es, die Schließung in nunmehr rund 65 Tagen sei gerade für die rund 30.000 Besucher pro Jahr bedauerlich. 

Am Abend zuvor hatten die Stadtverordneten im Hauptausschuss die Entscheidung über einen von den Linken gestellten Rettungsantrag für das Museum auf die nächste Sitzung am 26. Februar verschoben. Dabei hatte insbesondere die Stadtverwaltung immer wieder neue Argumente gegen eine weitere Förderung des Kindermuseums genannt.

Antrag soll erneut zur Abstimmung gestellt werden

Trotz der Ankündigung des Extaviums wollen die Linken die Hoffnung noch nicht aufgeben, wie ihr Fraktionschef Stefan Wollenberg gegenüber den PNN sagte: Man werde den Antrag an einigen Stellen noch modifizieren und erneut zur Abstimmung stellen. Im Ausschuss hatten sich die Stadtpolitiker mehrheitlich hinter die inhaltliche Ausrichtung des Hauses gestellt, aber teilweise analog zur Verwaltung auch Zweifel an der Förderfähigkeit des Betreibers geäußert. Daher schien sich für den Linke-Antrag, der letztlich eben noch einmal verschoben wurde, auch keine Mehrheit abzuzeichnen. 

Leetz sagte, wegen der nicht getroffenen Entscheidung sei nun der Punkt erreicht, dass man seitens der Betreiber handeln müsse. Gleich wohl sind im Falle einer Schließung noch viele Punkte unklar. „Wohin dann unsere Exponate sollen, steht in den Sternen“, sagte sie. Auch sei der Mietvertrag mit der kommunalen Bauholding Pro Potsdam eigentlich nicht kurzfristig kündbar. Man hoffe für die letzten Wochen auch nun viele Besucher, um so lange wie möglich zu bestehen und nicht Insolvenz anmelden zu müssen, sagte Leetz. 

Neuaufbau nach Schließung wäre aberwitzig, sagt Linke-Chef

Werner verwies in seinem Schreiben auch auf einen neuen Förderantrag, den man als gemeinnütziger Verein an das Rathaus gestellt habe – und nicht als Edutainment Projects Services GmbH, was die bisherige Betreibergesellschaft ist. Allerdings hatte sich die Stadtverwaltung auch hierzu skeptisch gezeigt. Bildungsdezernentin Noosha Aubel (parteilos) hatte angeregt, wenn die Stadtverordneten ein Mitmachmuseum wollten, könnten sie ein Konzept dafür beschließen. Das wiederum empörte Linke-Mann Wollenberg: Es wäre doch „geradezu aberwitzig“, erst ein Angebot „platt zu machen“ und dann – verbunden mit höheren Kosten – an anderer Stelle wieder neu aufbauen. 

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