Silvio S. im Juli 2016 vor dem Landgericht in Potsdam. Foto: Ralf Hirschberger/dpa
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Landgericht Potsdam entscheidet über Sicherungsverwahrung Silvio S. bald wieder vor Gericht

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Er hat zwei Jungen - Elias aus Potsdam und Mohamed aus Berlin - misshandelt und ermordet. Noch im Frühjahr klärt ein Gericht, ob Silvio S. in Sicherungsverwahrung muss.

Potsdam - Der Mörder des sechsjährigen Elias aus Potsdam und des vierjährigen Mohamed aus Berlin steht bald wieder in Potsdam vor Gericht. Verhandelt werden soll, ob Silvio S. nicht doch in Sicherungsverwahrung kommt. Das Potsdamer Landgericht stimmt derzeit die Termine mit den Verfahrensbeteiligten ab, wie Gerichtssprecher Sascha Beck den PNN sagte. Verteidigung und Staatsanwaltschaft seien angeschrieben worden und müssen sich nun zu den vorgeschlagenen Terminen äußern. Auch wegen des großen öffentlichen Interesses sind umfangreiche Vorbereitungen nötig. Zunächst hatte die "B.Z." berichtet, dass das Potsdamer Landgericht dafür drei Sitzungstermine im Mai anberaumt habe. "So weit sind wir noch nicht", so der Sprecher.

Dass der Kindermörder noch mal vor Gericht steht, liegt daran, dass der Bundesgerichtshof (BGH) das erste Urteil des Landgerichts als teilweise fehlerhaft eingestuft hatte. Zwar hatte der BGH die Revision von Silvio S. verworfen, dafür folgte er aber der Revision der Staatsanwaltschaft und verwies das Verfahren zurück an das Landgericht. Das Potsdamer Gericht habe Fehler gemacht, indem es nicht ausreichend bewertete, dass S. beide Taten binnen kurzer Zeit und sehr brutal verübt hat, hatte der BGH damals entschieden.

Potsdamer Richter hatten Antrag auf Sicherungsverwahrung abgelehnt

Das Landgericht hatte Silvio S. im Sommer 2016 wegen Mordes und schwerem sexuellem Kindesmissbrauch zu lebenslanger Haft verurteilt. Zugleich hatte es eine besondere Schwere der Schuld festgestellt, was eine Entlassung schon nach 15 Jahren unmöglich macht. Den Antrag der Staatsanwaltschaft auf Sicherungsverwahrung hatten die Potsdamer Richter allerdings abgelehnt, da ein Gutachter keine gesicherte Gefährlichkeitsprognose erstellen konnte.

Die brutalen Taten hatten die Öffentlichkeit über Monate bewegt, die im Prozess publik geworden Details waren verstörend. Silvio S. hatte im Juli 2015 in Potsdam den sechsjährigen Elias vom Spielplatz entführt, ihn vergewaltigt, erstickt und in seinem Garten vergraben. Am 1. Oktober 2015 entführte er auf dem Gelände des Landesamts für Gesundheit und Soziales (Lageso) in Berlin-Moabit den vierjährigen Sohn einer Asylbewerberin. Silvio S. missbrauchte auch Mohamed sexuell und erwürgte ihn. Die Leiche lagerte er in einer Wanne mit Katzenstreu. Ende Oktober 2015 wurde Silvio S., der isoliert bei seinen Eltern im Dorf Kaltenborn bei Jüterbog lebte, gefasst. Seine Mutter hatte ihn auf Fahndungsfotos von einer Überwachungskamera entdeckt und die Polizei verständigt.

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