Symbolfoto: FOTOLIA
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Konflikt mit der Schlösserstiftung Tennisclub „Obelisk“ soll weichen

Welterbe vs. Sportanlage: Der Tennisclub "Obelisk" soll bis Ende 2022 aus den jetzigen Sportanlagen weichen, weil die Schlösserstiftung das Areal denkmalgerecht wiederherstellen will. 

Potsdam - Nach dem Babelsberger Seesportclub ist eine weitere Sportanlage in Konflikt mit dem Potsdamer Welterbe geraten. Der Tennisclub „Obelisk“ muss sein Areal in der Gregor-Mendel-Straße bis Ende 2022 räumen, weil die Schlösserstiftung die Fläche nahe dem Winzerberg nach historischem Vorbild denkmalgerecht wiederherstellen will. Das geht aus der Antwort der Stadt auf eine Anfrage des SPD-Stadtverordneten Pete Heuer hervor. Mieter des Geländes ist demnach der Kommunale Immobilien Service (Kis), der es seinerseits an den Tennisclub verpachtet und diesen Vertrag zum Jahresende 2022 gekündigt hat.

Bei der Schlösserstiftung sorgte die Auskunft der Stadt am Montag für Irritationen. Der Vertrag mit dem Kis laufe bis Ende 2023, sagte ein Stiftungssprecher auf PNN-Anfrage. Wie es danach mit dem Grundstück weitergehe, sei auch noch nicht abschließend geklärt. „Wir sehen dann weiter“, so der Sprecher.

Eigentlich gab es einen neuen Vertrag

Laut Rathaus hätte der Tennisclub die Anlage bereits zum Ende vergangenen Jahres räumen sollen. Allerdings habe man sich mit der Schlösserstiftung auf einen neuen Vertrag verständigen können, der dem Sportverein die Nutzung der Tennisplätze noch einige weitere Jahre erlaubt, so die Stadt. Weitergehenden Einfluss für einen dauerhaften Erhalt der Tennisplätze habe man nicht, weil das Gebiet sich im Eigentum der Stiftung befinde und „Teil der Kernzone der Welterbestätte“ sei, hieß es.

Die Anlage mit drei Plätzen und Funktionsgebäude für etwa 100 Mitglieder besteht seit 1985 an dieser Stelle in der Gregor-Mendel- Straße. Es ist das Ausweichquartier nach einer früheren Umsiedlung durch die Forum Handelsgesellschaft der DDR, die auf den einstigen Tennisplätzen am Obelisk vor dem Eingang des Parks Sanssouci einen Intershop errichtete. Der Pachtvertrag mit der Stadt besteht seit 1990.

Langes Ringen um den Seesportclub Babelsberg 

Jahrelange Auseinandersetzungen um die Zukunft einer Sportfläche hatten sich Stadt und Schlösserstiftung wie berichtet im Park Babelsberg geliefert. Dort ging es im Zuge einer Verlagerung des Strandbades Babelsberg zugunsten eines Drive genannten historischen Rundwegs um die Frage, ob der benachbarte Seesportclub an seinem Standort bleiben kann. Ein inzwischen ausgehandelter Kompromiss soll im September vorgestellt werden.

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