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Kommentar zur Potsdamer Teststrategie Mehr als nur dicht

PNN-Redakteur Henri Kramer glaubt, dass die Corona-Teststrategie der Stadt Potsdam durchaus ein Modell für andere Kommunen in Deutschland sein könnte.

Wenn nächsten Montag Bundesfamilienministerin Franziska Giffey (SPD) das Potsdamer Modell für geöffnete Kitas in Corona-Zeiten begutachtet, kann das die Stadtspitze als Auszeichnung für ihr aktuelles Agieren in der Krise verstehen. Denn in der Tat sind die Kitas in Potsdam, wo nun eine Masken- und alle drei, vier Tage Schnelltestpflicht für alle Erzieher:innen gilt, nun zwei Wochen wieder offen – und dennoch ist die Inzidenz in der Stadt seither tendenziell gesunken. Dabei sind die in Potsdam verwendeten Spucktests zwar noch fehleranfällig: Eine einstellige Zahl der Tests zeigte bisher Corona-Infektionen und schaffte entsprechende Aufregung, obwohl gar kein Virenbefall vorhanden war wie ein folgender PCR-Test dann bewies - wohlgemerkt bei hunderten Tests pro Tag. Und, umgedreht, wären weitere und länger unbemerkt bleibende Ausbrüche in Kitas, gerade vor dem Hintergrund der neuen und infektiöseren Corona-Mutanten, die deutlich schlechtere Alternative. Das Vorgehen der Stadt gibt damit bisher auch jenen Recht, die sich mit zunehmender Dauer der Pandemie mit all ihren negativen Folgewirkungen für die Kinderbildung und das Wirtschaftsleben kreativere Lösungen im Kampf gegen das Virus wünschen als einfach ein flächendeckendes „Schotten dicht“-Programm – zumal das Impfen eben nur langsam vorankommt. Auch insofern ist die Verwendung von Schnelltests eine Möglichkeit um die Folgen der Pandemie, die nun mit neuen Mutanten aufwartet, ein wenig abzumildern.

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