Das Jugendamt in Potsdam. Foto: Andreas Klaer
© Andreas Klaer

Kommentar Nicht zögern

Dass die personellen Ressourcen im Jugendamt nicht ausreichen ist dramatisch, denn es geht nicht um Formalien oder Genehmigungen, sondern um Kinder.

Potsdam - Die aktuellen Schilderungen aus dem Potsdamer Jugendamt lassen Alarmglocken schrillen. Offenbar reichen die personellen Ressourcen hinten und vorne nicht, um alle Aufgaben zu erfüllen, die dieser Bereich der Potsdamer Stadtverwaltung bewältigen muss. Das ist dramatisch – denn es geht nicht um Formalien, um Bebauungspläne oder Genehmigungen, sondern um Menschen. Um jene, die zu den schwächsten in der Stadtgesellschaft gehören. Um Kinder, deren Schutz höchste Priorität haben muss. Und um Fälle, bei denen es im Zweifel um Leben und Tod gehen kann.

PNN-Chefredakteurin Sabine Schicketanz. Foto: Sebastian Gabsch Vergrößern
PNN-Chefredakteurin Sabine Schicketanz. © Sebastian Gabsch

Die Stadt muss Anreize schaffen

Allein deshalb darf es kein Zögern dabei geben, mit aller Kraft und allen verfügbaren Mitteln daran zu arbeiten, das Jugendamt zu entlasten und wieder handlungsfähiger zu machen. Ob dies tatsächlich stattfindet, ist derzeit nicht eindeutig erkennbar. Denn wenn es ein Problem darstellt, neue Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter für die Aufgaben im Jugendamt zu finden, die auch emotional aufreibend sein können, muss das Rathaus überlegen, welche Anreize es schaffen kann – und wie es die Bedingungen, unter denen dort gearbeitet wird, verbessern kann. Das sind alle, die Verantwortung tragen, jedem einzelnen Kind, das auf den Schutz und die Hilfe des Staates angewiesen ist, schuldig.

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