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Klimaschutz in Potsdam Umweltfeundlichere Busse noch nicht ausfinanziert

Die Stadtverwaltung und der kommunale Immobilienservice haben eine Kostenübersicht vorgelegt, wie viel Geld für mehr Klimaschutz nötig ist. Manches ist noch unklar

Potsdam - Der Weg zu mehr Klimaschutz ist mit erheblichen Investitionen verbunden. Diese Rechnung hat nun der Kommunale Immobilienservice (Kis) in einer Mitteilung an die Stadtverordnetenversammlung aufgemacht. Anlass war ein Auftrag der rot-grün-roten Rathauskooperation für eine Übersicht, wie die Stadt in diversen Bereichen keine neuen Treibhausgasemissionen mehr erzeugen könnte.

Als Beispiel wird in der Übersicht die notwendige Umrüstung der 55 Busse des Verkehrsbetriebs genannt, die bis 2032 auf einen Antrieb mit Elektro- oder Wasserstoffbasis umgestellt werden sollen. Dafür seien gerade Untersuchungen begonnen worden. Mit den neuen Antrieben sei aber auch eine Steigerung der Anschaffungskosten in Höhe von rund 50 Prozent je Fahrzeug verbunden. Dazu kommen Investitionen in die Ladeinfrastruktur oder eine Wasserstofftankstelle, „verbunden mit einer signifikanten Verteuerung der Energieversorgung der Busse“. Die Zusatzkosten, die sich so ergeben würden, seien auch noch nicht ausfinanziert, warnt der Kis – selbst bei der Nutzung von Fördermitteln.

Bio- statt Erdgas: Dreimal so teuer

Als weiteres Beispiel, wie kostspielig Klimaschutz werden kann, nennt der Kis den Einsatz von Bio- statt Erdgas, was allerdings auch dreimal so teuer wäre. Bezogen auf den Immobilienbestand des Kis, der derzeit mit Gas versorgt wird, würde eine Umstellung demnach zu jährlichen Mehrkosten von rund 410 000 Euro führen, so die Berechnung.

Allerdings sind in Potsdam auch schon Schritte für mehr Klimaneutralität unternommen worden. So beziehe die Stadtverwaltung seit 2020 ausschließlich den Öko-Strom der kommunalen Stadtwerke, bei der Bauholding Pro Potsdam sei das schon seit 2007 der Fall, so der Kis. Zudem setzten die Stadtwerke auf den verstärkten Ausbau der Photovoltaik. Und im Klinikum „Ernst von Bergmann“ habe man beispielsweise nun schon 35 Prozent der personenbezogenen Firmenwagen auf Elektro- oder Hybridantrieb umgestellt, heißt es in der Auflistung weiter.

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Gerade den Bereich Klimaschutz hat die rot-grün-rote Kooperation allerdings als wichtigen Punkt ihrer Arbeit definiert – und diese Übersicht vor einem Jahr beschlossen. Nun müssen die Partner entscheiden, ob in der Folge auch konkrete Entscheidungen für mehr Klimaschutz getroffen werden – und bis wann diese umgesetzt sein soll. Allerdings sind bekanntermaßen die Steuereinnahmen im Zuge der Coronakrise eingebrochen. Allerdings hatte die Kooperation bereits betont, nicht sparen zu wollen – sondern unter anderem auf die Rücklagen im Haushalt verwiesen.

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