So soll das neue Wohn- und Gewerbegebiet am Kirchsteigfeld einmal aussehen. Visualisierung: Egenter & Czischka
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Kirchsteigfeld in Potsdam Neues Wohn- und Gewerbeviertel kann entstehen

Im Kirchsteigfeld kann ein geplantes Gewerbe- und Wohnviertel nun angegangen werden. Das Votum im Hauptausschuss kann als wegweisend für das Potsdamer Stadtparlament gelten.

Potsdam - Es ist ein vorsichtiges grünes Licht für die Erweiterung des Kirchsteigfelds auf einer Brache zwischen Ricarda-Huch-Straße und Autobahn 115: Das dort von einer Investorengruppe geplante Gewerbe- und Wohnviertel kann angegangen werden.

Dafür soll das Rathaus den dort gültigen Bebauungsplan verändern. Das haben die Stadtverordneten am Dienstagabend im Bauausschuss ohne Gegenstimmen beschlossen. „Damit wird nun der nötige Planungsprozess ohne Vorfestlegungen vorangebracht“, sagte SPD-Fraktionschef Pete Heuer.
Das Votum kann als wegweisend für das Stadtparlament gelten. Demnach soll der B-Plan nun das Ziel beinhalten, dass neben der Ricarda-Huch-Straße Wohnhäuser entstehen können, in Kombination mit Pflegeeinrichtungen, Kitas und weiteren Dienstleistungen und Gewerbe. Auf der Autobahnseite sollen „büroorientierte gewerbliche Nutzungen“ entstehen können. Wie berichtet wollen die Entwickler rund 120.000 Quadratmeter Gewerbeflächen und 70.000 Quadratmeter für Wohnungen und andere soziale Einrichtungen schaffen. Da einst vor Ort nur Gewerbe geplant war und nun noch Wohnungen dazu kommen sollen, sollen die kompletten Büroflächen in teils bis zu 16-geschossige Gebäude einziehen.
Diese konkreten Pläne für die Gewerbeflächen werden mit dem Beschluss so allerdings nicht übernommen. „Es soll geprüft werden, wie viel der bisher geplanten Bruttogeschossfläche auf den Baufeldern entlang der Autobahn 115 für die Ansiedlung von Gewerbe im Verhältnis zur Wohnbebauung realisiert werden kann“, heißt es in dem Beschluss nun lediglich.

Ursprünglich hatten die Antragsteller von SPD, Linken und CDU/ANW gefordert, die bisher geplante Bruttogeschossfläche für die Ansiedlung von Gewerbe müsse „in vollem Umfang“ realisiert werden. Davon nahmen die Antragsteller dann aber doch Abstand - um sich nicht zu sehr vorab festlegen, auch mit den Bedenken, die Investoren dürften aus der Umwandlung der Flächen nicht zu viel Profit schlagen.

Angrenzendes Waldstück soll erhalten werden

Weiterhin soll laut dem Beschluss für das Projekt geprüft werden, dass vor der Erteilung von Baugenehmigungen die nötige Verkehrserschließung des Gebiets „durch die Projektentwickler“ realisiert wird. Dies sei „unter größtmöglichem Erhalt des südlich angrenzenden Waldstückes zu planen“. Auch sollen die Wohnbaurechte erst genutzt werden dürfen, wenn die Gewerbebaurechte verwirklicht werden.
Für Überraschung in Teilen der Stadtpolitik hatte vor zwei Wochen gesorgt, dass in dem Investorenkreis auch Andreas Klemund über die Open Space Development GmbH engagiert ist, Geschäftsführer des kommunalen Sportparks Luftschiffhafens und als SPD-Mann seit Jahren bestens in der Stadt vernetzt.

Doch diese Gesellschaftertätigkeit von Klemund kollidiere nicht mit seinem Chefposten beim Luftschiffhafen, da er nicht am operativen Geschäft der Open Space Development beteiligt sei, hatte das Rathaus erklärt. Klemund habe das alles ordnungsgemäß angezeigt, hieß es weiter. Im Bauausschuss kam dies nicht zur Sprache.

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