Menschenmassen während der zentralen Feierlichkeiten zum Tag der Deutschen Einheit am 2. Oktober 2005 in Potsdam. Foto: Jan Woitas/ dpa
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Jubiläum in der Landeshauptstadt Einheitsfeier in Potsdam kostet zweistelligen Millionenbetrag

Die Landesregierung Brandenburgs hat sich heute mit der Stadt Potsdam ausgetauscht. Ein Punkt war die Einheitsfeier 2020 in Potsdam. Erwartet werden hunderttausende Gäste - und das kostet einige Millionen Euro.

Potsdam - Zu der zentralen Einheitsfeier zum 30. Jahrestag der deutschen Wiedervereinigung im kommenden Jahr werden zwischen 400.000 und 600.000 Gäste in Potsdam erwartet. Das sagte Ministerpräsident Dietmar Woidke (SPD) am Dienstag in Potsdam. Das Land rechnet mit Kosten von 3,5 Millionen Euro allein für das Programm und weiteren acht bis neun Millionen Euro für die nötigen Sicherheitsmaßnahmen wie etwa Polizeischutz, erläuterte Landesfinanzminister Christian Görke (Linke) vor Pressevertretern.

Staatskanzleichef Martin Gorholt, Potsdams Oberbürgermeister Mike Schubert und Stadtkämmerer Burkhard Exner (alle SPD) unterzeichneten im Potsdamer Rathaus eine Vereinbarung zur Zusammenarbeit von Stadt und Land bei der Vorbereitung auf das Großereignis. Zuvor hatte sich die brandenburgische Regierung bei dem Format „Kabinett vor Ort“ mit der Stadtspitze zur Situation in der Landeshauptstadt ausgetauscht.

Eine Festmeile in Potsdams Innenstadt geplant

Am 3. Oktober 2020 erwartet die Besucher laut Oberbürgermeister Mike Schubert (SPD) eine Festmeile in der Potsdamer Innenstadt. Zwischen Lustgarten, Freundschaftsinsel und Altem Markt werden sich demnach unter anderem alle Bundesländer präsentieren können. Auch der vom Kanu Club Potsdam ausgerichtete Kanalsprint, für den jährlich im Herbst der Stadtkanal in der Yorckstraße geflutet wird, soll in die Feierlichkeiten integriert werden. Zudem wird es unter anderem einen ökumenischen Gottesdienst, einen Festakt und einen Empfang des Bundespräsidenten geben. Wie berichtet hat auch die Stadt Ausgaben in Höhe von 400.000 Euro eingeplant.

Das 30. Jubiläum der Wiedervereinigung werde man zum Anlass nehmen, um den Besuchern zu zeigen „wie die Stadt, das Land und ganz Ostdeutschland“ sich seit dem Mauerfall entwickelt hat, sagte Ministerpräsident Woidke. Brandenburg sei als Vorsitzland im Bundesrat turnusgemäß mit der Ausrichtung der Feierlichkeiten beauftragt. Potsdam war bereits 2005 Kulisse für die damals 15. Einheitsfeier der Republik, die sich über drei Tage erstreckte.

Musikparade zum Einheits-Tag im Jahr 2005. Foto: Manfred Thomas Vergrößern
Musikparade zum Einheits-Tag im Jahr 2005. © Manfred Thomas

Thema beim Kabinettsbesuch in Potsdam waren auch die Herausforderungen des anhaltenden Wachstums der Stadt. Potsdam habe sich seit der Jahrtausendwende gut entwickelt, sagte Woidke. Heute sei die Frage der sozialen Zusammenhaltes, des Ausgleichs zwischen arm und reich und der Versorgung mit sozialem Wohnraum aber eine große Herausforderung. Das Land wolle Potsdam dabei weiter unterstützen.

870 Sozialwohnungen derzeit in Potsdam gebaut

Finanzminister Görke verwies unter anderem auf die vom Land mitgetragene Offensive im Sozialwohnungsbau: Derzeit befänden sich in Potsdam 870 geförderte Wohnungen unter anderem in Drewitz, Bornstedt und der südlichen Innenstadt im Bau. Das Land habe dafür insgesamt rund 81,4 Millionen Euro bereitgestellt.

Oberbürgermeister Schubert zeigte sich erfreut über eine neue Arbeitsgruppe, in der Fragen der Nutzung von Landesflächen, auch in Naturschutzgebieten, künftig abgestimmt werden können. Der Landtag hatte 2018 beschlossen, dass Kommunen nicht genutzte Landesflächen unentgeltlich für Schul- und Kitabau nutzen können. Wichtig sei die Unterstützung des Landes auch bei Investitionen in das landesweit tätige städtische Bergmann-Klinikum, sagte Schubert.

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