Zunächst soll ein Gebäude mit Erdgeschoss und zwei weiteren Etagen entstehen. Visualisierung: HPC Germany GmbH
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HPI-Erweiterung So soll der neue Waldcampus des Hasso-Plattner-Instituts aussehen

Jetzt gibt es erste Visualisierungen von der geplanten Erweiterung des Potsdamer Hasso-Plattner-Instituts. Geplant ist auch ein Bistro oder Café für die Studenten.

Potsdam - Die Planung für die Erweiterung des Hasso-Plattner-Instituts (HPI) zu einem Waldcampus nach dem Vorbild der kalifornischen Stanford University wird konkreter: Für den ersten großen Neubau gibt es nun Visualisierungen, der Bauantrag wurde bereits gestellt. Das Gebäude mit dem Namen C2I soll an der Zufahrt zum großen Parkplatz der Universität an der August-Bebel-Straße gebaut werden. Das erklärte HPI-Sprecherin Christiane Rosenbach den PNN auf Anfrage.

Die Fassade orientiert sich an den angrenzenden Gebäuden

Bauherr ist die Hasso-Plattner-Stiftung. „Das äußere Erscheinungsbild des Gebäudes orientiert sich an den Fassaden der angrenzenden Institutsgebäude, geprägt durch ein sehr gleichmäßiges Fenster-Raster“, erklärt Rosenbach die Pläne. Wie die angrenzenden Gebäude soll der Neubau demnach über ein Erdgeschoss und zwei weitere Ebenen verfügen. 

Auch ein Café oder Bistro soll entstehen. Visualisierung: HPC GERMANY GMBH Vergrößern
Auch ein Café oder Bistro soll entstehen. © Visualisierung: HPC GERMANY GMBH

Im Bauausschuss hatte es vor einem Jahr bei der Aufstellung des Bebauungsplans zunächst Bedenken, insbesondere von Linken und Grünen gegeben. Daraufhin wurde ein Werkstattverfahren durchgeführt, an dem Vertreter der Fraktionen, des HPI und der Universität beteiligt waren. Chefstadtplaner Andreas Goetzmann berichtete Ende Januar im Bauausschuss, nach diesem Beteiligungsverfahren gebe es „keine maßgeblichen Einwände mehr“ an dem Vorhaben. Im Lauf des Verfahrens seien, so HPI-Sprecherin Rosenbach, die Bebauungsplanentwürfe weiterentwickelt worden. SPD-Fraktionschef Pete Heuer bezeichnete das Werkstattverfahren vor den Stadtverordneten als gelungene Vorgehensweise.

Nicht alle Bäume müssen dem Neubau weichen

Hauptkritikpunkt war nach der ersten Vorstellung im Februar 2018 die Fällung vieler Bäume gewesen. Nun könnten zwar nicht alle erhaltenswerten Bäume stehen bleiben, der Eingriff sei aber relativ gering, so Goetzmann. Konkret heißt das: Von 17 besonders erhaltenswerten Bäumen müssen voraussichtlich acht gefällt werden. Das teilte Stadtsprecherin Christine Homann auf Anfrage mit. Mehr als 30 weitere Bäume auf dem Gelände könnten jedoch bleiben. 

Denn der „Erhalt eines besonders hohen Grünanteils“ sei eine wichtige Maßgabe für die Entwicklung des Gebiets. „Wir bemühen uns, möglichst viele Bäume zu erhalten, denn es soll schließlich ein Waldcampus entstehen“, sagte auch HPI-Sprecherin Rosenbach. Das bedeute, dass die Gebäude von Wald- und Grünflächen umschlossen werden sollen. Notwendige Fällungen erfolgen demzufolge in Abstimmung mit der Unteren Naturschutzbehörde, wenn nötig würden auch Ersatzpflanzungen vorgenommen. 

Das Gebäude soll für den Lehrbetrieb genutzt werden

Den Begriff Waldcampus, so hatte es HPI-Direktor Christoph Meinel vor einem Jahr erklärt, habe Hasso Plattner selbst als Zielsetzung für die Entwicklung geprägt. Nach Angaben von Stadtsprecherin Homann ist deshalb auf dem Gelände auch die „Anlage von neuen, qualitätvollen Grünanlagen“ geplant.
Genutzt werden soll das neue Haus für den Lehrbetrieb. Nach Angaben der Sprecherin sollen dort Büros und Seminarräume entstehen, aber auch Platz für IT-Technik und Serverräume. Auch ein Bistro oder Café für die Versorgung der Studenten ist geplant. Genutzt werden sollen die Räume vor allem für die 2017 gegründete Fakultät für Digital Engineering. 

Zur Höhe der Investition für das Großprojekt gibt es bisher keine Angaben, es wird nach Schätzungen von einer eher drei- als zweistelligen Millionensumme ausgegangen.

Der genaue Zeitplan ist noch unklar

Noch unklar ist bisher auch der Zeitplan. Vor einem Jahr hieß es, ein Baubeginn sei 2019 geplant. Rosenbach hält sich nun bedeckt, ob das einzuhalten ist: Da die Genehmigungsverfahren noch laufen, könne man noch keine Angaben zu Zeitabläufen machen. „Natürlich wollen wir so schnell wie möglich mit dem Bau beginnen und fertig werden.“ Der Neubau des C2I stelle, so Rosenbach, den ersten Teil der gesamten Erweiterungspläne dar. Anschließend solle Schritt für Schritt vorgegangen werden.

Im März soll nach Angaben von Goetzmann eine Leitentscheidung zu dem Projekt fallen. Ebenfalls für März ist eine Vorstellung der Pläne innerhalb der Universität Potsdam geplant. Das sagte Uni-Sprecherin Silke Engel den PNN. Denn auch, wenn das Gebäude durch die Hasso-Plattner-Stiftung gebaut wird, sei die Universität planerisch an dem Verfahren für die Erweiterung beteiligt. 

Universitäts-Präsident Oliver Günther hatte vor einem Jahr angekündigt, als Eingang auf den Campus solle eine Art Portal entstehen sowie eine „Agora“, ein zentraler, langgestreckter Platz als Herzstück der Anlage. Dafür sollten, so Günther damals, bestehende Parkplätze verschwinden und stattdessen Tiefgaragen entstehen. All diese Pläne können jedoch erst nach dem Treffen im März konkretisiert werden, so Sprecherin Engel. In Gesprächen sollen Fragen geklärt werden, wie etwa, ob im Gesamterweiterungsprojekt eine zusätzliche Mensa oder ein Mehrzweckbau entstehen könnten. 

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